Panne sorgt für Bonus-Lacher

Fast 1000 Besucher haben die Macher des Milkauer Dorffestes gezählt. Mit ihrem Theaterstück trafen die Organisatoren den Nerv des Publikums.

Milkau.

Am Wochenende war ganz Milkau wieder auf den Beinen. Die Einwohner des Erlauer Ortsteils hatten sich bei der Vorbereitung des Dorffestes wieder mächtig ins Zeug gelegt - mit dreitägigem Programm. Dabei konnten die Milkauer jenes Projekt um- und fortsetzen, das sie schon vor elf Jahren in Angriff genommen hatten: ihr Dorftheater.

Am Samstagnachmittag wurde die Bühne im Festzelt wieder zu den "Brettern, die die Welt bedeuten". Fünf Einwohner hatten sich unter Leitung von Heimatvereins-Chefin Kathrin Lukat zusammengetan, um ein originelles Stück auf die Bühne zu bringen. Es ging wie zu erwarten um das dörfliche Leben - um einen Kuh-Handel, eine mannstolle Frau und ihre hübsche Tochter Lisa, eine Kuh gleichen Namens, einen jungen verliebten Bauern sowie ein Dorfunikum. Man wird ahnen, welche verzwickten Verwicklungen sich in der Geschichte ergeben. Und natürlich verliebt sich am Ende der sympathische Bauer nicht in die Kuh Lisa. Alles wird gut, wie es bei einem Dorffest-Theater auch sein muss.

Beeindruckend war auch die Professionalität des Teams. Nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne. Das Ensemble war mit Funktechnik ausgestattet, hatte sogar eine Souffleuse - Kathrin Lukat - und schaffte es, eine technisch Panne spontan zum Bonus-Lacher zu verwandeln. Das Zelt war rappelvoll. Schon einmal, vor elf Jahren, hatte man mit dem Stück "Das Klassenzimmer" eine solche Nummer auf die Bühne gebracht. Die Spielzeit-Pause hat offenbar damit zu tun, dass Milkau über viele Vereine verfügt und im Landkreis zu den Orten gehört, das übers Jahr die meisten Feste und Veranstaltungen auf die Beine stellt.

"Jetzt müssen wir überlegen, was wir jeden Dienstagabend drei Stunden lang machen", scherzte Lukat. Als der junge Bauer hatte Landwirt Sebastian Dolina vor allem mit beeindruckender Mimik und guter Intonation brilliert. Die anderen waren ihm mit ihren Leistungen auf den Fersen. Dazu gehörte ebenfalls der Mitarbeiter des Landratsamtes, Andrè Kugler, mit einer für ihn augenscheinlich maßgeschneiderten Rolle als "Vermittler-Unikum".

Der vor kurzem erst aus dem Amt geschiedene Bürgermeister Wolfgang Ahnert (66) bringt die Festkultur seines Dorfes auf den Punkt: "Etwas Handgemachtes ist dabei immer gut - viel besser als eingekaufte Nummern." Insgesamt zählten die Veranstalter, allen voran Heimatverein und Feuerwehr, an den drei Tagen gut 1000 Gäste. Darunter auch Rosemarie und Manfred Heinze (76, 83) aus Crossen. "Wir kommen jedes Jahr", sagen die Senioren. Das Theater sei spitze gewesen, und den Frühschoppen am Sonntag hatten sie sich auch nicht entgehen lassen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...