Papierfabrik Wepa zu "begehrtem Arbeitgeber" gekürt

Die Firmengruppe ist Branchenprimus, was die Beliebtheit bei Mitarbeitern betrifft. Auch im Kriebsteiner Werk gibt es Gründe, die für diese Bewertung sprechen.

Kriebstein.

Der Hygieneprodukte-Hersteller Wepa (100) zählt laut einer Studie des FAZ-Instituts zu Deutschlands begehrtesten Arbeitgebern. In der Rubrik Papierindustrie und -verarbeitung erreichte Wepa, zu der auch die Papierfabrik in Kriebstein mit 225 Beschäftigten gehört, den ersten Platz. Untersucht wurden für die Studie des Instituts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung insgesamt 22.000 Unternehmen nach Kriterien wie Arbeitszeiten, Familienfreundlichkeit und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Dass sich die Papierfabrik in Kriebstein mit diesen Themen auseinandersetzt, hat seine Gründe, wie Werkleiter Andreas Weise erklärte: "Fachkräfte insbesondere in der Papierverarbeitung zu finden, ist nicht immer einfach. Vor diesem Hintergrund spielt Arbeitgeberattraktivität eine wichtige Rolle." Wepa bilde selbst Nachwuchs aus. Auch Quereinsteiger würden angelernt. Am Standort Kriebstein bilde Wepa aktuell zehn Auszubildende zu Papiertechnologen, Packmitteltechnologen, Industriemechanikern oder Mechatronikern aus. Für das nächste Ausbildungsjahr würden drei Lehrstellen angeboten. Für die berufliche Weiterentwicklung gebe es verschiedene Angebote von Sprachkursen bis hin zu sogenannten Leadership-Trainings, die über die unternehmensinterne Wepa Academy angeboten werden. "Aktuell befinden sich mehrere unserer Kriebsteiner Mitarbeiter in einer Meister- oder Technikerausbildung", so Weise.

Als Beleg für gute Personalpolitik gilt im Unternehmen die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter, die in Kriebstein bei 14 Jahren liegt. Entlohnt würden die Mitarbeiter nach dem Manteltarifvertrag der deutschen Papierindustrie. "Als Familienunternehmen ist uns Familienfreundlichkeit ein sehr wichtiges Anliegen", so Weise. So biete die Wepa-Gruppe unterschiedliche Arbeitszeitmodelle an. "Wer beispielsweise das Lebensarbeitszeitmodell nutzt, kann angesparte Arbeitszeit dazu verwenden, früher in den Ruhestand zu gehen", so der Werkleiter. Dieses Modell werde aktuell von 12 Prozent der Belegschaft am Standort Kriebstein genutzt. Darüber hinaus stehe den Beschäftigten eine externe Mitarbeiterberatung zur Verfügung, die zum Beispiel bei der Suche nach einer Kindertagesstätte unterstützen kann.

Die Pandemie hatte bisher keine negativen Folgen für den Betrieb. Laut Weise liegt das Absatzvolumen auf Vorjahresniveau. Kurzarbeit gebe es nicht. Am Standort Kriebstein werden vor allem Taschen- und Kosmetiktücher produziert. Daneben produziere das Werk Jumborollen als sogenannte Halbfertigware, die an anderen Wepa-Standorten zu Küchentüchern und Toilettenpapier weiterverarbeitet werden. Die Wepa-Gruppe (Jahresumsatz 1,3 Milliarden Euro) beschäftigt insgesamt 4000 Mitarbeiter.

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