Peniger Bestattungswald-Investor hofft auf Unterstützung

Die Nachfrage nach einer alternativen Begräbnisstätte scheint offenbar groß zu sein. Prinz von Schönburg-Hartenstein will sie errichten. Er hat auch wirtschaftliche Gründe.

Penig.

Länger als drei Jahre dauert bereits dieses Verfahren. Die Adelsfamilie von Schönburg-Hartenstein, die das Alte Schloss in Penig saniert hat und sowohl ihren Wohnsitz von Österreich als auch die Schönburgische Forstverwaltung nach Penig verlagern will, hofft auf Unterstützung der Landkreisbehörde. Denn dort ist immer noch ein Genehmigungsverfahren anhängig, das bislang nicht entschieden ist. Prinz Alfred möchte in seinem Privatwald bei Chursdorf eine etwa 40 Hektar große alternative Begräbnisstätte schaffen, die nicht nur der, wie er sagt, gestiegenen Nachfrage gerecht werden, sondern auch der Investorenfamilie wirtschaftlich den Rücken stärken soll.

Es gehe um den Aufbau eines zweiten wirtschaftlichen Unternehmens, sagt der Prinz. Denn rund um Penig gehören der Adelsfamilie etwa 1000 Hektar Wald. Und dieser sei bekanntermaßen durch Borkenkäfer, Stürme und lange Hitzeperioden in einem desolaten Zustand. Die Holzpreise seien im Keller, generell befinde sich die Forstwirtschaft in einer schwierigen Situation. "Den Bestattungswald aufzubauen und zu betreiben, ist uns deshalb sehr wichtig, um die hohen Investitionskosten, die für die Sanierung des Schlosses angefallen sind, etwas zu kompensieren", erklärt der Prinz. Während der Zeit, in der das Verfahren laufe, seien beispielsweise im Zwickauer Land, im Raum Dresden und im Erzgebirge mehrere Bestattungswälder genehmigt worden. "Ich wünsche mir von einem Landratsamt, dass es auch wirtschaftliche Überlegungen unterstützt", spricht der Prinz konkret die mittelsächsische Behörde an. Auf Nachfrage der "Freien Presse" teilte Amtssprecher André Kaiser mit, dass dem Landratsamt daran gelegen sei, "dieses Verfahren entsprechend abzuschließen". Daran werde gearbeitet.

Im Peniger Rathaus weiß man offenbar etwas mehr. Denn die Stadt fungiert bei diesem Bestattungswald-Projekt als öffentlich-rechtlicher Träger, die Adelsfamilie als Betreiber. "Es soll in den nächsten Tagen ein Schreiben des Landratsamtes kommen, aus dem alle Genehmigungsbedingungen hervor gehen", teilt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt auf Anfrage mit. "Das begrüßen wir sehr", sagt sie. Es sei erfreulich, wenn Bewegung in das Verfahren komme und Herr von Schönburg baldmöglichst Klarheit darüber habe, in welchen Bereichen des Chursdorfer Waldes und unter welchen Bedingungen der Bestattungswald entstehen und betrieben werden kann. Wie sie bestätigt, gebe es eine große Nachfrage nach dieser Bestattungsform - nicht nur aus Penig, sondern auch aus der Umgebung. "Mindestens einmal pro Monat ruft jemand an und erkundigt sich nach dem Stand", sagt sie. Es gebe viele, die schon zu Lebzeiten ihren letzten Lebensabschnitt ordnen möchten. Und auch Prinz von Schönburg-Hartenstein kann derartige Nachfragen bestätigen. Denn bei vielen Familien sei die Situation so, dass die Kinder wegen ihrer beruflichen Tätigkeit weggezogen sind und somit keine Gelegenheit hätten, das Grab ihrer Eltern ständig zu pflegen. Da sei eine solche Begräbnisstätte mit wenig Pflegeaufwand eine willkommene Alternative für die Region, meint er. Er habe auch schon mit der evangelischen und der katholischen Kirche gesprochen. "Die sind zwar nicht glücklich darüber, aber es würde auch ihnen neue Möglichkeiten eröffnen, kirchliche Begräbnisse im Wald durchzuführen", so der Prinz.

Laut Tschök-Engelhardt wolle sich der neugewählte Stadtrat demnächst das Areal vor Ort anschauen. Denn auch die Stadt habe noch Wünsche, beispielsweise dass Wege, die für die Bestattungsfeiern benötigt werden, noch in Stand zu setzen sind. Doch nun warte man erst einmal das Schreiben aus dem Landratsamt ab.

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