Peniger Bürgermeister will Brauereikomplex wiederbeleben

Geht es nach Stadtchef Thomas Eulenberger, dann soll das brach liegende Areal an der Brauhausgasse saniert und öffentlich genutzt werden. Und natürlich soll auch wieder Bier gebraut werden. Doch dazu bedarf es einer Einigung mit dem Besitzer.

Penig.

Seit der Insolvenz der Peniger Spezialitätenbrauerei 2013 und dem anschließenden Kauf durch den Hartmannsdorfer Brauhaus-Chef Ludwig Hörnlein fristet der Gebäudekomplex an der Brauhausgasse ein trostloses Dasein. Zum Stadtfest am 8. September hatte der Peniger Brauverein dort Bier ausgeschenkt und Führungen angeboten. Ansonsten aber herrscht Ruhe in den stillgelegten Räumen. Das muss sich ändern, sagt Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU).

"Wenn es nach mir ginge, dann sollte die Stadt die Immobilie erwerben und einen Teil für die innerstädtische Entwicklung nutzbar machen", so der Bürgermeister. Bislang sei dies nur eine Idee, aber es gebe weder konkrete Planungen noch einen Stadtratsbeschluss. Doch es lohne sich, darüber nachzudenken, weil dieses Areal eine strategisch wichtige Bedeutung für Penig habe.

So könnte sich Eulenberger vorstellen, nach dem Kauf des Areals den Gebäudeteil rechts der Brauhausgasse abreißen zu lassen. Dann hätten die Bewohner der Brückenstraße und der Markthäuser eine Möglichkeit, die Grundstücke auch von hinten zu erreichen und dort ihre Autos abzustellen. Im Brauerei-Teil auf der linken Seite, wo sich das alte Brauhaus und das Sudhaus befinden, könnte sich Eulenberger die Errichtung einer kleinen Brauerei, die dann vom Brauverein betrieben wird, vorstellen. "Sudkessel, Tanks und die Schrotmühle sind noch vorhanden. Der Brauprozess könnte gestartet werden", sagt Eulenberger, der selbst Mitglied im Brauverein ist. Da für Peniger Zwecke die vorhandene Brautechnik aber überdimensioniert sei, müsste umgerüstet werden. "Denn 8000 Liter Bier, das wären 16.000 Flaschen - wer will das als Verein machen?" Deshalb stellt er sich die Errichtung einer kleinen Hausbrauerei vor, mit einer Kapazität von 300 bis 500 Litern. Zu Veranstaltungen könne man dann die Schwemme herrichten und dort selbst gebrautes Peniger Bier ausschenken. Um das Festbier für das diesjährige Stadtfest zu brauen, musste der Brauverein in eine Chemnitzer Braumanufaktur ausweichen, wo unter fachkundiger Anleitung das Peniger Urzwickel hergestellt und abgefüllt wurde.

Doch vor allem auch für öffentliche Zwecke möchte der Bürgermeister den Peniger Brauereiteil nutzen. Beispielsweise könnten dort ein Heimatmuseum mit Brauereimuseum eingerichtet werden. Auch für die Würdigung der Verdienste des in Arnsdorf geborenen Naturheilkundlers Friedrich Eduard Bilz wäre in den Räumen genügend Platz. Diese öffentliche Nutzung legitimiere die Stadt, dafür Fördermittel zu beantragen. "Natürlich brauchen wir auch Eigenmittel", ist sich der Bürgermeister im Klaren. Auch ist er sich sicher, dass sich ein solches Projekt nicht sofort umsetzen lasse. "Anfang oder Mitte 2020 könnte das ein Thema sein", so Eulenberger.

Brauerei-Eigentümer Ludwig Hörnlein, der auch Mitglied im Peniger Brauverein ist, steht diesen Plänen aufgeschlossen gegenüber. "Wenn es ein sinnvolles Konzept gibt, bekommt die Stadt von mir jegliche Unterstützung", sagt Hörnlein. Obwohl es möglich sei, jederzeit wieder mit dem Brauen beginnen zu können, da er die Anlage noch nicht demontiert habe, so bleibt er bei seiner Meinung: "In Penig eine Brauerei kommerziell zu betreiben, ist nicht möglich. Die Dimension ist dafür viel zu groß." Und wäre er bereit, zu verkaufen? "Das hängt von der Bereitschaft der Kommune ab, die Brauerei zu übernehmen."

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