Peniger Gymnasium will weiter wachsen wie ein Baum

Die Bildungsstätte feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Der Weg der Schule in freie Trägerschaft war steinig. Heute kann sie auf viele Erfolge blicken.

Penig.

Der Baum, der am gestrigen Montagabend im Gelände des Freien Gymnasiums Penig gepflanzt wurde, ist für die Schule ein Symbol. "Möge er wachsen, kräftig und stark werden, um auch Stürme gut zu überstehen", sagte der stellvertretende Schulleiter, Armin Frei, zur Festveranstaltung, die danach anlässlich des 20-jährigen Bestehens stattfand.

Armin Frei, der 16 Jahre lang Schulleiter war, gehört zu den fünf Urgesteinen, die von Anfang an dabei sind und sich noch gut an die schwierigen Anfangsjahre erinnern können. "Da das staatliche Gymnasium geschlossen werden sollte, die Stadt Penig aber alle Schulformen erhalten wollte, wurde 1998 der Trägerverein gegründet", erzählt Frei. Im August 1999 sei der Betrieb des Gymnasiums genehmigt worden. Schon am 2. September begann der Unterricht mit 84 Schülern der Klassen 5 bis 9 sowie acht Lehrern. Um die Ausstattung der Schule und das Personal zu finanzieren, musste der Verein damals einen Kredit von 1,2 Millionen Euro aufnehmen. Erst nach zwei Jahren, in denen sich die neue Bildungsstätte behaupten musste, habe es Geld vom Freistaat gegeben. Zudem finanziert sich die Schule durch Schulgeld der Eltern.

"Die maßgeblichen Initiatoren des Freien Gymnasiums waren die Stadtverwaltung und die damaligen Stadträte sowie Unternehmer und Gewerbetreibende der Peniger Stadtgesellschaft", erklärt Rathaussprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Die Stadt habe sofort erkannt, dass ein Wegfall dieses Bildungswegs für Penig einen Standortnachteil mit sich gebracht hätte. "Heute arbeiten wir als Trägerverein daran, dass sich die Schule in der mittelsächsischen Bildungslandschaft weiter etabliert und in der Unterrichtsqualität stets weiterentwickelt", sagt sie. Die Schule sei als Arbeitgeber, als Konsument und auch als Ort der kulturellen Bildung eine anerkannte Institution in Penig. Auch deshalb unterstützte die Stadt das Gymnasium unter anderem durch umfangreiche Zuschüsse bei der Instandsetzung aller drei Gebäude.

Die neue Schule in Trägerschaft eines Vereins konnte anfangs fünf Zimmer und mit dem staatlichen Gymnasium gemeinsam die Fachkabinette nutzen. "Wir boten Informatikunterricht damals schon ab Klasse 5 an. Eine Nutzung des Informatikkabinetts des staatlichen Gymnasiums war uns aber untersagt", weiß Armin Frei noch genau. Also musste man improvisieren. Zwei Drittel des Lehrerzimmers wurden umgebaut, ausrangierte Möbel aus der Stadtverwaltung aufgestellt. Armin Frei als Informatiklehrer konnte, bis das Kabinett gemeinsam mit Schülern der 9. Klasse eingerichtet war, anfangs nur Theorie vermitteln. Die Zeit der Provisorien ist längst vorbei. 2014 wurden die ersten Tablets angeschafft. Eines der nächsten Ziele sei es, die Schule mit Glasfaserkabel zu vernetzen.

"Als freie Schule hat man die Möglichkeit, eigene Konzepte zu erarbeiten", so Frei. Und an diesen sei im Laufe der Jahre immer wieder gefeilt worden. So sei das Freie Gymnasium Penig eine der ersten Bildungsstätten der Region gewesen, die Blockunterricht anbietet - also statt 45 Minuten 90 Minuten Unterricht. Jeweils 10 Minuten davon seien sogenannte "selbstorganisierte Lernzeit". Die Schüler können diese Zeit nutzen, um unter Anleitung eines Lehrers jenen Stoff nachzuarbeiten, von dem sie glauben, ihn noch nicht richtig verstanden zu haben. Beim fächerverbindenden Unterricht beispielsweise gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz und der Hochschule Mittweida. Denn eines der großen Ziele sei stets gewesen, das naturwissenschaftliche Potenzial weiter auszubauen.

Der Erfolg kann sich sehen lassen. 217 Schüler werden aktuell von rund 30 Pädagogen betreut. Von den 40 Abiturienten dieses Jahres legten drei einen Traumnotendurschnitt von 1,0 hin. Der Notendurchschnitt des gesamten Jahrgangs betrug 2,12. Beim Deutschen Schulpreis, den die Robert-Bosch-Stiftung vergibt, kam das Freie Gymnasium 2018 von 100 Schulen unter die Top 50.

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