Peniger und Lunzenauer Wehr rücken noch enger zusammen

Beide Kommunen haben per Vertrag ihre Zusammenarbeit besiegelt. Das spart Ressourcen und Geld des Steuerzahlers. Das erste große Projekt ist bereits in Arbeit.

Penig/Lunzenau.

Erst in der Nacht zum Sonntag war es wieder vorgekommen, dass sich Kameraden der Peniger und der Lunzenauer Feuerwehr beim Einsatz getroffen haben. Beide Wehren waren alarmiert worden, leisteten gemeinsam technische Hilfe bei einem Verkehrsunfall mit einem Transporter in Berthelsdorf. "In der Vergangenheit kam so etwas um die zehn Mal im Jahr vor. Seit wir die neue Rettungsleitstelle haben, hat sich die Anzahl der gemeinsamen Einsätze allein in diesem Jahr bereits auf 25 erhöht", weiß der Peniger Wehrleiter Thomas Cramer. Dem Trend folgend, haben beide Städte nun beschlossen, ihre Kooperation zu intensivieren. Der Vertrag, den beide Stadträte befürworteten und beide Bürgermeister unterzeichnet haben, soll den Kommunen Vorteile bringen und Kräfte bündeln.

Erstes Großprojekt ist eine gemeinsame Befehlsstelle, die im Peniger Depot eingerichtet wird und von der aus ein Einsatzstab, bestehend aus Vertretern beider Wehren, die Koordination bei Großereignissen übernimmt. "Das kann zum Beispiel bei Sturm oder Hochwasser der Fall sein und immer dann, wenn die Rettungsleitstelle überlastet ist", erklärt Cramer. Auch anderweitig werde mit dem Vertrag nun all das auf gesunde Füße gestellt, was beide Wehren bereits seit längerer Zeit praktizieren. "Die neue Einsatzzentrale ist die erste große Baustelle, die wir mit Leben erfüllen", so Cramer.

Nächstes Jahr wollen beide Wehren beginnen, ihre Atemschutztechnik gegen Neue zu tauschen. "Wir legen Wert darauf, dass es die gleichen Modelle sind und auch die Beschaffung vom gleichen Anbieter erfolgt", sagt Cramer. Das habe den Vorteil, dass man die Ausrüstung an der Einsatzstelle gemeinsam nutzen kann und jeder Feuerwehrmann über den gleichen Wissensstand verfügt.

Wie auch der Lunzenauer Gemeindewehrleiter Volker Uhlemann betont, gebe es auf verschiedenen Gebieten schon seit langem eine enge Zusammenarbeit beider Wehren. So wurden die Ausrückeordnungen bereits aufeinander abgestimmt. "Das Wichtigste ist, schnell am Einsatzort zu sein, die Hilfszeiten also so kurz wie möglich zu halten", so Uhlemann. Auch bei der Technik arbeiten die Lunzenauer und Peniger bereits zusammen. So nutzen beide Wehren die Lunzenauer Drehleiter, da die Peniger Wehr über keine eigene verfügt. "Sie ist allerdings schon über 50 Jahre alt und kann nicht das leisten, was beispielsweise die Burgstädter kann, die über einen Rettungskorb verfügt. Wir hoffen deshalb, dass mal eine neue angeschafft wird", so Cramer. Andererseits verfüge die Peniger Wehr über einen Rüstwagen, den auch die Lunzenauer nutzen. Er ist bestückt unter anderem mit Stahlketten, Flaschenzug und Wärmebildkamera und wird vor allem für die technische Hilfeleistung gebraucht. Weitere Effekte, die die Zusammenarbeit bringen soll: Bei Lehrgängen werde auch der Nachbar mit gefragt. "Auch hier muss man nicht doppelt investieren", so Cramer. Ob Technik oder Personal - alles in allem tue man auch für den Steuerzahler etwas Gutes.

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