Peniger Wahrzeichen - filigran bemalt und hauchfein aus Zinn

In Karstas kleinem Kino ist noch bis Anfang August eine besondere Ausstellung zu sehen. Sie verkörpert nicht nur ein Stück Heimatgefühl, sondern lässt auch ein aus der Mode geratenes Metall wieder aufleben.

Penig.

Der "Große Topf zu Penig", der als steinerner Blickfang an der Chemnitzer Straße die Aufmerksamkeit von Passanten erregt und an die Tradition Penigs als mittelalterliche Töpferstadt erinnert, hat auch viele kleine Brüder. Sie sind aus Zinn, filigran gestaltet - zu bestaunen in Karstas kleinem Kino an der Peniger Schloßstraße. Und nicht nur das. Unzählige andere Motive, Personen und Gegenstände, die der 1999 verstorbene Künstler Heinz Reh entworfen, graviert und gegossen hat, sind in der kleinen Ausstellung zu sehen.

"Meine Eltern waren mit Heinz Reh befreundet. Wie er zeichnete, schon das war eine Kunst. Und er war sehr schnell in seiner Arbeit", zeigt Kino-Inhaberin und Ausstellungsinitiatorin Karsta Hönicke immer noch große Bewunderung für seine Werke. Sie gibt aber auch offen zu, dass diese Schau nicht zustande gekommen wäre, wenn es nicht den Peniger Uhrmachermeister Heinz Sonntag geben würde, der in vielen Stunden seiner Freizeit die von Heinz Reh geschaffenen Zinnfiguren kunstvoll bemalt hätte und heute noch bemalt. Dass in der Ausstellung auch eindrucksvolle Fotografien der Zinnfiguren zu sehen sind, die durch die Vergrößerung so manches Detail erst sichtbar machen, welches das bloße Auge an den kleinen Zinnfiguren nicht erfasst, ist Fotograf René Rose zu verdanken. Er hat die von Heinz Reh erschaffenen Figuren fotografisch in Szene gesetzt.

Als die Ausstellung - mittlerweile die 47. Schau in Karstas kleinem Kino - Anfang Juli eröffnet wurde, war auch Matthias Reh, der Sohn von Heinz Reh, gekommen. Er freute sich, dass in seiner Heimatstadt nach 16 Jahren noch einmal auf diese Weise an seinen Vater erinnert wird. "Heinz Reh hat sich auch selbst in Zinn gegossen und diese Figur anlässlich seines 65. Geburtstages mehrfach verschenkt", weiß Karsta Hönicke. Wenn sie erzählt, mit welcher Fingerfertigkeit und mit welchem Ideenreichtum Heinz Reh zu Werke ging, gerät sie noch heute ins Schwärmen. "Allein schon die von ihm gravierten Schiefertafeln, in denen die Zinnfiguren gegossen wurden, sind kleine Kunstwerke für sich. Sie dienen heute immer noch als Vorlage für die Rohlinge."

So ist es auch mit der von Heinz Reh erschaffenen Figur des "Fässleseechers von Lobenstein". Sein Sohn Matthias benutzt heute immer noch die Gussvorlage seines Vaters, um daraus Zinnfiguren des Lobensteiner Originals herzustellen. Sie sind in dem thüringischen Ort beliebt und werden als Souvenir verkauft. Karsta Hönicke hofft auf möglichst viele Besucher ihrer Ausstellung, die sie bei Bedarf auch verlängern will.

"Historische Zinnfiguren" - Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 4. August in Karstas kleinem Kino, Schloßstraße 8, dienstags bis samstags, jeweils von 13 bis 16 Uhr.

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