Peniger wünschen sich Heimatmuseum

Das Thema kursiert in der Muldestadt schon seit DDR-Zeiten. Nun wird es wieder aktuell. Doch es scheitert bislang an geeigneten Räumen.

Penig.

Karsta Hönicke hat den Wunsch vieler Peniger vor wenigen Tagen erneut vernommen. Die Inhaberin von "Karstas kleinem Kino" in der Schloßstraße konnte zur Eröffnung der aktuellen Zinnfiguren-Ausstellung in ihren Räumen mehrere Gäste begrüßen, die sagten, wie schön es wäre, wenn Penig ein Heimatmuseum hätte. "Es gibt viele Leute in Penig, die historisch wertvolle Dinge zu Hause haben, die sie gern für ein solches Museum zur Verfügung stellen würden", sagt sie.

"Die Stadt ist nicht unbedingt auf Gaben angewiesen. Sie besitzt selbst genügend Exponate, die in einer Heimatstube ausgestellt werden könnten", meint Roland Albrecht vom Heimat- und Geschichtsverein. Dass schnell geeignete Räume gefunden werden, um die Ausstellungsstücke niveauvoll präsentieren zu können, daran glaubt er aber nicht mehr so recht. Denn dieses Thema kursiere schon seit DDR-Zeiten, als zum Beispiel ein Haus in der Schulgasse im Gespräch gewesen sei. Im ehemaligen Amtsgericht, der heutigen Erich-Kästner-Grundschule, habe es einmal Räume gegeben, auch im Alten Schloss, das dann verkauft wurde. "Wenn alles irgendwo in der Stadt verteilt ist, bringt das nichts", sagt Roland Albrecht.

Die Exponate müssten an einer Stelle, die sich als Heimatstube eignet, konzentriert werden. Städte wie Lunzenau und Burgstädt würden mit ihren Heimathäusern vormachen, wie es gehen könnte. "Nur in Penig kriegen wir das nicht hin", sagt Albrecht und ist enttäuscht. Seiner Meinung nach müssten auch auf den Dörfern Heimatstuben eingerichtet werden, um das kulturelle und geschichtliche Erbe auf dem Land zu pflegen. Als gutes Beispiel nennt er den Ortsteil Chursdorf, wo sich ein neugegründeter Heimatverein für den Wiederaufbau der dortigen Heimatstube stark machen will. Nach Meinung von Roland Albrecht hätte es aber gar nicht erst so weit kommen dürfen, dass die Chursdorfer Exponate für längere Zeit in einem Lagerraum des dortigen Bürgerhauses verschwinden. Denn eine Ausstellung wieder ins Bewusstsein der Leute zurückzuholen, sei schwer. Was Penig betrifft, so müsse man bedenken, dass ein Museum in der Unterhaltung Geld kostet. Das sei im Vorfeld zu klären.

Laut Karsta Hönicke habe Bürgermeister Thomas Eulenberger am Rande der Vernissage geäußert, sich für ein Museum in Penig stark machen zu wollen. Für die "Freie Presse" war er gestern nicht zu sprechen. Jörg Junghanns vom Bauamt sagte zum Thema: "Manches ist derzeit noch Wunschdenken. Ein solches Vorhaben steht ganz weit am Anfang."

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