Polizei hebt in Penig Drogenküche aus

Zugriff in der Dittmannsdorfer Straße: Ein Einsatzkommando hat in einem Wohnhaus Gerätschaften zur Herstellung von Crystal beschlagnahmt. Der 35-jährige Nutzer des Hauses wird aus mehreren Gründen gesucht.

Penig.

Was sich seit Monaten als Gerücht hielt, hat jetzt alle Befürchtungen übertroffen. In einem Gebäude an der Dittmannsdorfer Straße in Penig hat die Polizei eine Drogenküche ausgehoben, in der Crystal hergestellt worden war. Und mehr noch.

Der Einsatz war bereits am Donnerstag. Am Freitag machte die Polizei die Ergebnisse öffentlich. Wie Andrzej Rydzik, Sprecher in der Polizeidirektion Chemnitz, informiert, haben Kriminalisten des Polizeireviers Rochlitz in einem laufenden Ermittlungsverfahren gegen einen 35-jährigen Mann einen Durchsuchungsbeschluss wegen des Verdachts der unerlaubten Herstellung von Betäubungsmitteln umgesetzt. Die Beamten hatten die Wohnräume und Nebengelasse des ehemaligen Gasthofes in Penig durchsucht und jede Menge Beweismittel sichergestellt.

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"In einem der Räume stießen die Polizisten auf eine umfangreich eingerichtete Drogen-Küche, die offensichtlich zur Herstellung von Methamphetamin genutzt wurde", so Rydzik. In einem Glas sei eine kristalline Substanz gefunden worden, die bei einem Schnelltest positiv auf Amphetamine reagiert habe. Kochplatten, Glaskolben und Glasröhrchen, Atemschutzmasken, Kochtöpfe, Chemikalien, destilliertes Wasser sowie unbekannte Flüssigkeiten habe die Polizei sichergestellt.

Doch damit sei die Durchsuchung noch nicht abgeschlossen gewesen. Auf dem Grundstück fanden die Ermittler einen Skoda Fabia, der 2015 in Zwickau gestohlen worden war, und ein Motorrad der Marke Moto Guzzi, das ebenfalls 2015 in Mittweida entwendet wurde. Neben den Kraftfahrzeugen wurde auch noch ein im Jahr 2009 in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, gestohlenes Fernrohr sichergestellt. Den 35-jährigen Nutzer der Wohnräume haben die Polizeibeamten bei der Durchsuchung nicht angetroffen. Er sei bereits zur Fahndung ausgeschrieben, so Rydzik.

Wie "Freie Presse" von Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt erfuhr, habe es in der Vergangenheit mehrfach Probleme im Zusammenhang mit diesem Gebäude gegeben. "Nachbarn beschwerten sich, weil Autos ohne Kennzeichen dort abgestellt worden waren. Zudem seien Hunde dort frei herumgelaufen." Manchmal habe sich der Nutzer um die Hunde gekümmert, manchmal andere Leute, die auf dem Grundstück gesehen wurden.

Bei dem 35-Jährigen soll es sich, so berichtet die Stadtsprecherin, um einen Chemnitzer handeln. Der Hausbesitzer selbst soll bereits in einer Justizvollzugseinrichtung einsitzen. "In dieser Ausprägung, wie es jetzt bekannt wurde, hätten wir so etwas nicht vermutet", so Manuela Tschök-Engelhardt.


Droge macht schnell abhängig

Die synthetische Droge Crystal gilt mittlerweile als die gefährlichste, die derzeit in Deutschland zu haben ist. Meist wird das Methamphetamin, das eine aufputschende Wirkung hat, in Osteuropa hergestellt. Bereits geringe Mengen können schnell zur Abhängigkeit führen. Crystal wird überwiegend geschnupft, teilweise geraucht, in Wasser gelöst, intravenös injiziert oder auch rektal verabreicht. Der Konsum verursacht starke Euphorie, verringert das Schlafbedürfnis, steigert die Leistungsfähigkeit. Bei höheren Dosen können Halluzinationen auftreten. Die Wirkung hält bis zu elf Stunden an. (ule)

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