Polizei tötet ausgebüxten Hund

Schüsse am Morgen sorgen für Unruhe in Geringswalde

Geringswalde.

Gegen 6.30 Uhr sind gestern etliche Anwohner in Geringswalde aufgeschreckt. Sie hatten Pistolenschüsse gehört, die aus Richtung Leipziger Straße zu kommen schienen. "Die Polizei verständigte mich gestern früh und teilte mit, dass dort ein Hund außer Kontrolle geraten sei", erklärte Klaus Uhlemann als Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Kurz darauf habe sich zudem ein Anwohner aus der gleichen Gegend bei ihm gemeldet und beschrieben, dass ein ausgebüxter Hund ein Tier attackiert habe. "Auf dem Weg dahin kam mir dann eine Frau mit ihrem Kind völlig aufgelöst entgegen. Der kleinen Gruppe war der Hund entlaufen, der sich wohl vor dem Freiläufer erschreckt hatte." Zu dem Tier an sich konnte Uhlemann nichts sagen. "Nur so viel: Der Hund wurde nicht in unseren Unterlagen geführt." Der Halter habe jedoch ermittelt werden können. Der habe das Tier, das Mitarbeiter des Bauhofes tot aus dem Großteich geborgen hatten, abgeholt und eine kostenpflichtige Entsorgung abgelehnt.

Wie die Polizei auf Nachfrage der "Freien Presse" erklärte, sei zu dem Zeitpunkt gerade eine Streife in der Nähe des Geschehens gewesen, und so habe man schnell handeln können. "Denn es war Gefahr in Verzug", erklärte Sprecher Steve Berger. Der Hund, vermutlich ein American Stafford-Mischling, sei in Angriffsstellung auf eine Frau mit Kind losgegangen. Die Beamten hätten sich zu schnellem Handeln gezwungen gesehen.

Tierfreund und Linke-Lokalpolitiker Robert Sobolewski zeigte sich empört. "Ich habe mehrere Schüsse gehört und war daraufhin alarmiert. Weshalb hat man niemanden informiert, der sich mit Hunden auskennt?", fragt sich Sobolewski, der seit vielen Jahren im Vorstand des Leisniger Vereins "Tiernothilfe" sitzt. "Eine Betäubung hätte doch sicher auch erst mal genügt", monierte er. Er fordere eine genaue Aufklärung des Vorfalls, so Sobolewski. "Es ist für mich völlig unverständlich, weshalb mitten in der Stadt geschossen werden darf, und das gleich mehrfach. "Warum ruft, wenn so etwas vorkommt, niemand im Tierheim an? Die Mitarbeiter dort hätten sicher auch und ganz anders reagiert." Der Verein "Tiernothilfe Leisnig" ist Vertragspartner der Stadt Geringswalde, wenn es etwa um Fundtiere geht.

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1Kommentare
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    1
    Interessierte
    21.08.2018

    Wie viele Hunde sind den da schon ausgebüxt ???
    Da wurden doch schon Schafe gerissen und kürzlich erst wieder auf die Autobahn getrieben , oder waren das etwa Wölfe ???



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