Räte uneins über Leinenpflicht

Bleibt der Leinenzwang für Hunde in Geringswalde, müssten Freilaufflächen ausgewiesen werden. Die Stadt will nun die Satzung überarbeiten.

Geringswalde.

Wer in Geringswalde und den Ortsteilen mit Hund unterwegs ist, muss das Tier an die Leine nehmen. So steht es zumindest in der noch geltenden Polizeiverordnung. Das Landratsamt als übergeordnete Behörde hatte die Verordnung nach zwei Jahren abgesegnet. Nun will die Stadt die Satzung aktualisieren.

Corina Kreller, Sachgebietsleiterin der allgemeinen Verwaltung, stellte zwei Varianten vor: "Entweder, wir belassen es beim einmal festgelegten Leinenzwang. Dann müssen wir allerdings in Zukunft Freilaufflächen ausweisen. Oder die Leinenpflicht wird generell aufgehoben. Das gilt es zu entscheiden."

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Die Probeabstimmung am Dienstagabend in der Sitzung des Stadtrates ergab nur eine sehr knappe Mehrheit. So sprachen sich fünf Räte dafür aus, den Leinenzwang beizubehalten, vier waren dagegen. Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) bezog eindeutig Position. "Jeder Hundehalter ist gehalten, seinen Hund so unter Aufsicht zu nehmen, dass nichts passiert, egal, was in der Polizeiverordnung steht." Wer sein Tier nicht hundertprozentig im Griff habe, müsse auch ohne Verordnung Vorkehrungen treffen, damit niemand zu Schaden komme.

Der Stadtchef sprach sich gegen eine Fortschreibung der Leinenpflicht aus. Denn ließe die Kommune den Passus in der Satzung so stehen, würde das bedeuten, dass etwa ein Hundehalter in Hoyersdorf zu einer Freilauffläche nach Geringswalde kommen müsse, um das Tier von der Leine lassen zu können. "Und das ist schlicht unsinnig", konstatierte Arnold.

Grünen-Politikerin Claudia Glanz möchte es gern differenzieren. "Mit dem Hund in der Fröhne, im Auenwald oder in Gartensparten ohne Leine zu gehen, wäre für mich in Ordnung. Direkt im Stadtzentrum, das von vielen Einwohnern frequentiert wird, sehe ich den Freilauf eher problematisch und wäre für eine Entscheidung für die Leine in dem Stadtbereich." Auch mit Sicht auf den künftigen Radweg, der Waldheim mit Rochlitz verbinden wird, wäre es für Halter und Hund sicher angenehmer, auf die derzeit noch verordnete Leine verzichten zu können, sagte sie.

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