Rennboote jagen wieder über die Talsperre

Nach einem Jahr Pause werden nächstes Wochenende erneut Welt- und Europameisterschaftsläufe in Kriebstein ausgetragen. 28Fahrer aus sieben Ländern gehen an den Start. Neuerungen gibt es auch für die Zuschauer.

Wie 2016 soll es auch in diesem Jahr Rennläufe zur Europameisterschaft in der Formel R 1000 geben. Mit den etwa 160 PS-starken Motoren werden Geschwindigkeiten bis zu 180 km/h erreicht.
Thomas Caro - Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre

Für Sie berichtet: Uwe Lemke

Nach einjähriger Pause wird die Talsperre Kriebstein am 15. und 16. September wieder zur Rennstrecke für die internationalen Rennpiloten. 2016 stand das traditionelle Motorbootrennen aus Kostengründen auf der Kippe. Nun kehrt die Veranstaltung, die bereits zum zwölften Mal ausgetragen wird, an ihre Wurzeln zurück - und das mit einigen Neuerungen.

"Wir haben das Rennen vom August in den September verlegt", sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des veranstaltenden Talsperrenzweckverbandes. Durch die Verlagerung in die Nachsaison könne verhindert werden, dass es Einbußen bei der Fahrgastschifffahrt gebe und der Renntermin nicht mehr mit dem Schulanfangstermin kollidiere. Ursprünglich sei im Gespräch gewesen, die Veranstaltung im Mai durchzuführen. "Doch das wurde uns vom Landratsamt wegen der Brutzeit der Vögel nicht genehmigt", erklärt Caro. Neu sei auch, dass die Rennklassen von vier auf zwei reduziert wurden - auf den Weltmeisterschaftslauf in der Formel 250 und den Europameisterschaftslauf in der Formel R 1000. Beibehalten wurde die traditionelle Classic-Boat-Show, bei der Rennboote verschiedener Klassen aus sechs Jahrzehnten gezeigt und erklärt werden.

Die Reduzierung auf zwei Rennklassen habe laut Caro den Vorteil, dass nur noch ein Kran benötigt werde, der die Boote ins und aus dem Wasser transportiert. "Wir haben somit mehr Platz und können dadurch weitere Zuschauerplätze mit Panoramablick anbieten."

Das Abspecken hat vor allem einen finanziellen Hintergrund. Denn der Zweckverband schrieb in den vergangenen Jahren mit dieser Veranstaltung laut Caro stets "tiefrote Zahlen". Mit einer Null sei er deshalb mehr als zufrieden. "Wir hoffen, dass viele Zuschauer kommen."

Ein Vorteil sei auch, dass in diesem Jahr wieder die Anlegestelle Höfchen mit den Fährschiffen angefahren werden kann. Dies ermögliche den Besuchern, von der Falkenhainer Seite per Schiff zum Renngelände zu fahren. Obwohl Caro sehr bedauert, dass sich der ADAC als langjähriger Mitveranstalter komplett aus dem Motorbootrennsport zurückgezogen hat, kann er sich zumindest darüber freuen, dass die übrigen Partner weiterhin mit im Boot sitzen. Dazu zählen der Deutsche Motoryachtverband, der wieder die Rennleitung übernimmt, das DRK mit der Wasserwacht, die Feuerwehr Höfchen und die Sportsicherung Sachsen, welche 20 Ordner zur Verfügung stellt, sowie das Freiberger Brauhaus als Sponsor. Erstmals hilft die Döbelner Feuerwehr mit zwei Rettungsbooten bei der Absicherung der Rennstrecke. Auch das Zusammenspiel mit dem Polizeirevier Mittweida und der Wasserschutzpolizei laufe laut Caro hervorragend.

Mit Wehmut verfolgt Jürgen Kitzing die jüngste Entwicklung dieser Motorsportveranstaltung. Der Mittweidaer OB-Stellvertreter, Stadtrat und Honda-Autohausgründer hat mit seinem Team elf Jahre lang an den Renntagen ehemalige Rennfahrer mit ihren Partnern im Honda-Zentrum am Hafen betreut. "Dies war deutschlandweit einmalig. Doch der Aufwand ist allmählich zu groß geworden. Unterstützer wie der ADAC haben sich zurückgezogen, sodass es zum ersten Mal nach elf Jahren diese Betreuung der Rennveteranen nicht mehr geben wird", bedauert Kitzing. Angefangen habe es mal mit 20 Personen, zum Schluss habe man rund 120 Personen auf eigene Kosten betreut. "Wir haben es gern gemacht." Jürgen Kitzing hält trotzdem dieser Veranstaltung die Treue, sponsert die drei Pokale für die Gewinner der Formel R 1000. Dennoch bedauert er, dass das Rennen nur noch aller zwei Jahre stattfinden soll. "Dieses eine Jahr Pause hat dem Gesamtkonzept Abbruch getan." Schließlich sei diese Großveranstaltung auch ein Wirtschaftsfaktor, von dem Hotels, Pensionen und Gaststätten profitiert hätten.

Motorbootrennen am 15. und 16. September auf der Talsperre Kriebstein. Geöffnet: Samstag, 9 bis etwa 17 Uhr, Sonntag, 9 bis etwa 16 Uhr. Eintritt: Samstag 4 Euro, Sonntag 8. Euro. Kombiticket für beide Tage 10 Euro. Kinder bis 14 Jahre Eintritt frei.

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