Rochlitzer Initiative will Bäume stärker schützen

Angedachte Fällung von Buchen im Bergwald stößt auf Kritik

Rochlitz.

Im Rochlitzer Bergwald werden bis Ende Februar auf einer Fläche von knapp 30 Hektar schätzungsweise 20.000 Bäume gefällt. "Wenn man aus Richtung Wechselburg in den Wald geht, ist das schon ein grauenhafter Anblick", sagt Andreas Hickel vom Grünen Stammtisch. Holzstämme über Holzstämme stapeln sich dort für den Abtransport. Die Fichten sind laut Hickel allerdings krank und das Fällen durch den Sachsenforst nachvollziehbar - Trockenheit, Hitze und in der Folge der Borkenkäfer haben den Bäumen in den vergangenen Monaten arg zugesetzt.

Die Buchen, die entlang der Schloßstraße und des Wanderwegs parallel zur B 175 stehen und aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden sollen, gilt es hingegen zu schützen. Das ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, wie Hickel verdeutlicht. "Die alten Buchen haben genauso eine touristische Bedeutung." Viele Wanderer würden zunächst durch den Schlosshof spazieren und von dort weiter über die Schlossstraße und den danach beginnenden Wanderweg auf den Rochlitzer Berg marschieren.

Neben der aktuellen Lage im Bergwald ging es beim Treffen des Grünen Stammtisches am Donnerstagabend im Vielfalter auch um dessen Zukunft. Die knapp ein Dutzend Anwesenden diskutierten, wie der Forst beim Aufforsten unterstützt werden kann. Eine Idee: Anlässlich der 1025-Jahr-Feier der Stadt 1025 Bäume zu pflanzen. "Ein Schulwaldprojekt wäre ebenfalls denkbar", so Hickel weiter. So kümmern sich beispielsweise im Gemeindewald von Bobritzsch-Hilbersdorf seit dem Herbst Kinder aus den örtlichen Grundschulen und der Oberschule im Rahmen des Ganztagesunterrichts um eine Waldfläche.

Außerdem sprachen die Teilnehmer des Stammtisches über einen Entwurf für eine neue Baumschutzsatzung in der Stadt. "Hier müssen wir noch rechtliche Dinge klären." Ist das Papier fertig, soll es nach Angaben von Andreas Hickel über eine der Fraktionen in den Stadtrat eingebracht werden. Die Radwegegruppe von "Rochlitz gemeinsam gestalten" (RGG) gab einen Überblick ihrer Arbeit. "Das Ziel ist, die Kernstadt mittels Radwegen besser mit den Ortsteilen zu verbinden", bemerkt Hickel.

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