Rochsburg erhält einen besonderen Schatz

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Einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher nach der Sanierung des Schlosses erwartet, gibt eine am Mittwochabend eröffnete Sonderausstellung. Der Hamburger August Ohm hat eine Sammlung zusammengetragen, die ihresgleichen sucht.

Rochsburg.

So bunt wie der markante Schal, den August Ohm trägt, ist auch die Mischung seiner Kunstwerke, die er in den 78 Jahren seines Lebens zusammengetragen hat. Ob Gemälde, Zeichnungen, Bildhauerkunst, Möbel, Musikinstrumente oder Textilien - etwa 1500 Raritäten bekannter Persönlichkeiten wie Pablo Picasso, Lucas Cranach, Sandro Botticelli, Jil Sander oder Karl Lagerfeld hat der Hamburger Zeichner und Maler in seinem Besitz. Knapp 70 der wertvollen Stücke sind in einer am Mittwochabend eröffneten Sonderausstellung auf der Rochsburg zu sehen.

Auf den Ausstellungsort wurde August Ohm durch den Autor und Kurator François Maher Presley aufmerksam, dessen Stiftung zahlreiche Projekte in Mittelsachsen umgesetzt hat. "Ich wurde dann eingeladen, es ging sehr menschlich zu. Und die Rochsburg ist ein imposantes Gebäude", sagt der Hamburger. Im Gegensatz zu großen Museen, in denen die einzelnen Sparten getrennt sind, hat Ohm, wie er sagt, eine Zusammenschau der verschiedenen Künste und Epochen geschaffen. "Ich habe damit einen entgegengesetzten Ansatz. Mein Ziel ist ein Dialog der Künste. Ich habe deshalb solche Objekte gesammelt, die sich als Mosaiksteine einer Entwicklung fügen." Um seine Philosophie zu erklären, zeigt er auf ein schlichtes weißes Reformkleid um 1900. "Die Leute, die so etwas trugen, waren umgeben von so was", sagt Ohm und zeigt auf ein ausladendes Gesellschaftskleid von 1895.

Auf Auktionen in verschiedenen Ländern der Welt hat er Kunstobjekte ersteigert. Finanziert hat er sie mit dem Verkauf seiner eigenen Bilder und Zeichnungen. "Manches habe ich geschenkt bekommen", meint er und kann zu allen Exponaten interessante Geschichten erzählen. So erinnert er sich an eine Zufallsbegegnung in Paris. "Ich wollte zum Shuttlebus und fragte eine Frau mit Hund, die dort stand. Im Gespräch stellte sich heraus, dass es Gracia Patricia von Monaco war", muss Ohm schmunzeln. Er hatte rein zufällig Grace Kelly getroffen. Als Dankeschön für den netten Plausch habe sie ihm Seide geschickt.

Das Traumobjekt seiner Kinderzeit - eine um 1780 gebaute Kinderharfe - hat August Ohm 1999 bei der Versteigerung der Kunstsammlung der Bankiersfamilie Rothschild in London ersteigert. "Meine Tochter hat darauf Spielen gelernt", erklärt der 78-Jährige.

Die am Mittwochabend eröffnete Sonderausstellung ist der Auftakt für ein Großprojekt, das nach der Generalsanierung des Schlosses umgesetzt werden soll. Die Mittelsächsische Kulturgesellschaft als Träger des Museums hat mit der August-Ohm-Stiftung eine Vereinbarung unterzeichnet. Auf dieser Grundlage stellt die Stiftung dem Museum mehr als 1000 Objekte als Leihgabe für mindestens 25 Jahre zur Verfügung. "Im August beginnen die Planungen für die Sanierung des Innenbereichs des Schlosses. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, gewinnen wir mindestens ein Drittel mehr Ausstellungsfläche", erläutert Schlossleiter Andreas Quermann. Auf drei Etagen können mit den Dauerausstellungen danach die verschiedenen Epochen allumfassend dargestellt werden.

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