Roller, Pinsel und Farbe schaffen "Platz zum Wachsen"

Ein besonderes Kunstwerk entsteht zurzeit an der Fassade der Grundschule in Langenleuba-Oberhain. Die Ideen von Schülern der 4. Klasse sind darin eingeflossen.

Langenleuba-Oberhain.

Noch verdecken Gerüste und Planen die Fassade der Langenleuba-Oberhainer Grundschule. Denn in diesen Tagen wird neben dem Dach auch die Außenhaut des über 100 Jahre alten Gebäudes erneuert. Mit Farbeimern, Farbrollern und Pinseln sind seit dem gestrigen Dienstag auch Markus Esche, Mario Hofmann und Loic Bordelais an einem Fassadenteil eifrig zu Gange. Denn die drei Künstler der Chemnitzer Kreativagentur "Rebel Art" haben eine besondere Mission. Sie gestalten ein fünf mal sieben Meter großes Wandbild, das mit Beginn des neuen Schuljahres der neue Hingucker des sanierten Schulgebäudes werden soll.

Ihr Künstlerkollege Guido Günther hatte den Entwurf für das Bild gemeinsam mit einigen Viertklässlern und deren Kunstlehrerin Manuela Wagner bei einem Workshop im Mai erarbeitet. "Die einzelnen Segmente des Entwurfs wurden bereits auf die Fassade skizziert", erklärt Markus Esche, der für die praktische Umsetzung dieses Projektes nun den Hut auf hat. Auch der Schriftzug "Mein Platz zum Wachsen" ist bereits auf der Wand zu lesen. "Man muss sich das in etwa wie Malen nach Zahlen vorstellen", so der 36-Jährige. Die per Spraydose vorgezeichneten Motive, die sich später zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen sollen, werden nun Stück für Stück mit Fassadenfarbe ausgemalt.


Für die Drei von der Agentur ist dieses Auftragswerk nicht unbedingt Routinearbeit. Denn das eigentliche Handwerkszeug der Graffiti-Künstler ist die Spraydose. "Wir haben schon viele Fassadenbilder gestaltet - darunter einige bis zu 400 Quadratmeter groß", sagt Markus Esche. Dennoch sei dieses Kunstwerk etwas besonderes, schon wegen der Gestaltung mit Fassadenfarbe. Die drei Künstler sind ein eingespieltes Team. Bis Donnerstag soll das Wandbild fertig sein. Am Montag um 10 Uhr soll es offiziell eingeweiht werden.

"Wie es genau aussieht, das soll noch eine Überraschung sein", sagt die Peniger Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Und: "Es wird zwar farbig, aber nicht kunterbunt." Dass dieses Kunstwerk an der Langenleuba-Oberhainer Schulfassade entsteht, sei einer Nachfrage des Landratsamtes bei der Stadt Penig geschuldet. Denn innerhalb eines vom sächsischen Umweltministerium ausgelobten Wettbewerbs hatte das Landeskuratorium Ländlicher Raum Geld für künstlerische Projekte erhalten und geeignete Flächen gesucht, wo diese umgesetzt werden. Die Schule ist nun eine davon.

Während die Künstler das Wandbild gestalten, gehen indes die Arbeiten am Dach und an der Fassade der Grundschule weiter. "Die Putzarbeiten fallen doch intensiver aus als gedacht. Dadurch kommt es zu kleinen Verzögerungen. Wir hoffen aber, dass wir die Fenster schon wieder freigeben können, wenn die Schule beginnt", so die Stadtsprecherin.

Im vergangenen Jahr wurden bereits die Heizungsanlage erneuert und einige Klassenzimmer renoviert. Während der diesjährigen Sommerferien erhielten nochmals zwei Zimmer einen neuen Fußbodenbelag. Auch das ehemalige Schwimmbecken im Keller, das nie genutzt worden war, wurde beseitigt und verfüllt. Dieser Raum soll künftig als Lager dienen. 440.000 Euro lässt sich die die Stadt Penig die aktuellen Sanierungsarbeiten kosten. Der Freistaat Sachsen steuert weitere 319.000 Euro bei.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...