Schlägerei: Rochlitzer landen vor Gericht

Zwei Männer gerieten im Oktober so heftig aneinander, dass beide verletzt wurden. Angefangen haben soll der jeweils andere. Die Schuldfrage muss nun geklärt werden.

Döbeln/Rochlitz.

Trotz mehrerer Zeugen ist nicht klar, was sich genau in jener Oktobernacht vorigen Jahres abgespielt hat. Damals kam es in Rochlitz zwischen zwei Männern zu einer heftigen Auseinandersetzung, weshalb sich die Streithähne nun am Donnerstag vor dem Amtsgericht Döbeln trafen.

Nach gut zweieinhalb Stunden vertagte Richterin Nancy Weiß die Verhandlung. Dem 32 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, einen 45-Jährigen zuerst als 'Zeckenschwein' beschimpft und dann angegriffen zu haben. Dabei soll sich der 45-Jährige die Mittelhand gebrochen und mehrere Abschürfungen und Prellungen sowohl an Brust, Hüfte, Bein und im Gesicht zugezogen haben. Nach eigener Aussage wurde der Angeklagte ebenfalls im Gesicht verletzt - ihm habe die Lippe geblutet und sein Kiefer sei geprellt gewesen, sagte er.

Fakt ist, beide Männer sind in der Vergangenheit bereits mehrfach aneinandergeraten. "Wir haben seit Jahren solche Auseinandersetzungen - ganz ähnlich dieser Situation, um die es hier geht", so der Angeklagte. Ein Streit sei bereits vor Gericht ausgefochten worden. Er endete damals mit einem Freispruch.

Die aktuelle Auseinandersetzung soll mit einer Fahne begonnen haben. Der Angeklagte erklärte, er sei gegen Mitternacht an jenem Herbsttag mit seiner Freundin von einer Feier vorbei am Wohnhaus des 45-Jährigen nach Hause gelaufen. Eine dort angebrachte Fahne in Kopfhöhe habe er während des Laufens mit der Hand berührt, aber keinesfalls heruntergerissen, erklärte der 32-Jährige. "Dann waren plötzlich drei Leute hinter mir. Die riefen mir zu, ich soll mich umdrehen und mein Gesicht zeigen." Seiner Freundin habe er geraten, das Weite zu suchen, weil er die Situation als bedrohlich empfunden habe. Das habe sie auch getan. Über eine kurze Distanz habe das Opfer den Angeklagten eingeholt, an seiner Kleidung gezerrt und ihn angegriffen. "Da habe ich ihn zu Boden gerungen und dort fixiert", sagte der Angeklagte. Beide Parteien hätten sich anschließend getrennt.

Das 45-Jährige Opfer sagte, die Fahne sei beschädigt worden. "Wir hatten die Tür offen und hörten, dass sie zu Boden ging." Weil er wissen wollte, wer randaliert, sei er dem Angeklagten mit zwei Bekannten nachgegangen und wollte ihn zur Rede stellen. "Er ist sofort auf mich los und sagte: 'Was willst du, du Zeckenschwein?'", sagte der 45-Jährige. Der Angeklagte habe ihn gestoßen, sodass er sich beim Fall über einen Bordstein und gegen einen Zaun die Mittelhand gebrochen habe. In der sich anschließenden Rangelei gingen beide zu Boden. Dabei soll der Angeklagte dem Opfer mehrmals auf den Kopf geschlagen haben. Die umstehenden Zeugen, zwei Bekannte des Opfers, die Freundin des Angeklagten, sowie eine Autofahrerin, konnten aufgrund der Dunkelheit nur ein Handgemenge erkennen, wie sie sagten.

Da die Zeugen länger als geplant von Richterin, Staatsanwältin und Nebenkläger befragt wurden, musste die Verhandlung vertagt werden. Denn im selben Saal stand bereits ein anderer Prozess an.

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