Schlossgartenfest: aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Nach der 850-Jahr-Feier 2018 ist im Sommer 2019 in Wechselburg zum ersten Mal ein Schlossgartenfest gefeiert worden. Dieses Jahr musste es wegen Corona ausfallen. Doch das Veranstaltungsteam blickt nach vorn.

Wechselburg.

Das zweite Augustwochenende ist in Wechselburg viele Jahre lang ein Höhepunkt im Gemeindeleben gewesen: Es wurde das historische Marktfest gefeiert. 2018 leitete die 850-Jahr-Feier einen Wandel ein. Gefeiert wurde sie nicht wie das traditionelle Marktfest im August, sondern vom 1. bis 3. Juni. Und auch der Charakter des Festes änderte sich. 2019 gab es erstmals ein Schlossgartenfest, das viel Zuspruch erhielt und dieses Jahr seine zweite Auflage erfahren sollte. "Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Peter Ziemann, bei dem die Fäden für das Fest zusammenlaufen. Dabei sei man in der Organisation schon sehr weit gekommen, bis man sich auf dem Höhepunkt der Pandemie schweren Herzens für eine Absage entschieden habe.

"Doch es wäre schade gewesen um die viele bereits geleistete Arbeit", so Ziemann. Deshalb gab das Team nicht auf, sondern versuchte unter anderem, die mit verschiedenen Künstlern und Händlern bereits geschlossenen Verträge ins kommende Jahr zu verlegen. "Das ist uns bei fast allen Verträgen schon gelungen. Unter anderem mit dem Feuerwerker, der am Samstagabend die Besucher begeistern soll", so Ziemann. Mit dem Wochenende vom 18. bis 20. Juni steht auch ein Termin bereits fest. Nächsten Monat trifft sich das Organisationsteam, um zum zweiten Mal Nägel mit Köpfen zu machen.

"Wir werden erst einmal den aktuellen Stand besprechen und dann Stück für Stück weiter planen", erklärt Ziemann. Denn aus dem ersten Schlossgartenfest habe man einige Lehren gezogen und wolle auf diese nun mit Änderungen im Konzept eingehen. Zum Beispiel ist der Freitagabend - gedacht für Jugendliche und Junggebliebene mit entsprechender Musik im Festzelt - in die Hände des Jugenclubs gelegt worden. "Die Leute wissen am besten, wie sie die jüngeren Gäste begeistern können", sagt Ziemann. Außerdem wolle man das Festgelände anders aufteilen. 2019 sei eine Freifläche mit Sitzmöglichkeiten zu weit vom Zelt entfernt gewesen. "Es war sehr warm, die Leute saßen draußen, und im Zelt lief das Programm vor wenigen Zuschauern", erklärt Ziemann. Beim nächsten Fest soll die Freifläche direkt ans Zelt angrenzen, sodass man von drinnen und draußen das Programm verfolgen kann. Unter Vertrag sei unter anderem bereits das Duo Pippi and the 50's Boy, das Rock 'n' Roll und Oldies spielt.

Von den historischen Marktfesten wurde das Theaterstück beibehalten. So stand 2019 der Schlosspark im Vordergrund. An acht Stationen begeisterten mehr als 70 Laiendarsteller die Gäste und brachten ihnen die Geschichte des Parkes und ehemaliger sowie noch bestehender Bauwerke näher. Für dieses Jahr sollte sich das Theaterstück, wieder aus der Feder des Wechselburgers Toni Knorr, um ein sehr tragisches Ereignis in der Geschichte des Ortes drehen. Worum es genau geht, möchte Knorr noch nicht verraten. Er schreibe noch am Drehbuch. "Für mich ist es neu, mal zwei Jahre Zeit zu haben, ein Stück zu erarbeiten. Ich kann so tiefer recherchieren und auch die Abläufe mehr durchdenken", sagt Knorr, der auch die Regie führt. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit am Stück von Kerstin Weinrich. Sie kümmert sich in Absprache mit den Laiendarstellern aus ganz Wechselburg um Requisiten, Kostüme und das Bühnenbild.

Stattfinden soll auch wieder eine sogenannte Häuserwanderung durch Wechselburg, auf der die Gäste den Inhalt des Stücks quasi an den Originalstandorten nachvollziehen können. Verantwortlich hierfür ist die Chefin des Heimatvereins, Manuela Neuhaus. Finanziert wird das Fest durch die Gemeinde und Sponsoren. "Sie unterstützen uns mit Handwerkerleistungen und auch finanziell", erklärt Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU). Es sei sehr schwer gefallen, das Fest dieses Jahr abzusagen. "Die Einsicht war da, aber es tat weh. Nun können wir nur ganz sehr hoffen, dass sich die Lage beruhigt und das Fest nächstes Jahr möglich ist", sagt sie. Denn die Leute sehnten sich nach einem Miteinander und nach Kultur.

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