Schwarzbacher tanzen seit 20 Jahren

1997 fanden sich Mädchen im Ort zusammen, um sich zur Musik zu bewegen. Bis heute ist die Gruppe gewachsen - und hat einen festen Termin etabliert.

Schwarzbach.

Der Titel "Saturday Night" der Sängerin Whigfield war das erste Lied, nach dem die Tanzgruppe in Schwarzbach sich eine Choreografie ausdachte. 20 Jahre ist das her. "Als wir unser Zehnjähriges gefeiert haben, konnten noch viele die Bewegungen", erinnert sich Steffi Bormann, Vorsitzende des 2002 gegründeten Jugend- und Kulturvereins Schwarzbach, unter dessen Dach die Tänzerinnen heute vereint sind. Zahlreiche weitere Tänze sind über die Jahre zusammengekommen, und in Kürze werden die jetzigen und ehemalige Mitstreiterinnen schauen können, welche Choreografien sie noch beherrschen.

Zum 20-Jährigen wollen sich die Tänzerinnen am 20. Mai im Schwarzbacher Festsaal treffen. Eingeladen sind alle, die über die Jahre mitgetanzt haben, Bormann rechnet mit rund 100 Teilnehmern. "Wir studieren ein Medley verschiedener Tänze ein, wollen eine kleine Ausstellung vorbereiten und Videos von den Auftritten zeigen", sagt sie.


Mitte der 90er-Jahre begann die Geschichte des Tanzens in Schwarzbach. 1996 wurde das Bürgerhaus gebaut. "Ich sollte es mit Leben erfüllen", sagt Bormann, die bis heute die Veranstaltungen im Objekt koordiniert. Nebenbei kümmerte sie sich um den Jugendclub. Die Mädchen fingen irgendwann an zu tanzen - und blieben. Am 30. Januar 1997 gründete sich die Tanzgruppe. Neun Mädchen trafen sich immer freitags, geprobt wurde mit Steffi Bormann und einer weiteren Trainerin. "Den ersten Auftritt hatten wir im Juli 1997 zum Schwarzbacher Kinderfest." Im selben Jahr tanzte die Gruppe beim Landjugendtag in Seiffen.

Viele Auftritte folgten, so zum Teichfest in Geringswalde, bei Tanzfesten in Neustadt oder Bischofswerda, zu einer Jugendweihefeier in Chemnitz. Auch Hochzeiten und Tage der offenen Tür bei der Feuerwehr oder im Autohaus standen schon oft im Plan. Dazugekommen ist eine Weihnachtsgeschichte, die die Mädchen zuletzt in Colditz, Schwarzbach und Königsfeld gezeigt haben.

"2002, zum fünfjährigen Bestehen, haben wir uns gedacht: Wir könnten doch mal andere Tanzgruppen einladen, um zu schauen: Wie tanzen andere?", erzählt Steffi Bormann. So wurde am 17. August 2002 das erste Tanzfest organisiert, unter anderem beteiligten sich Gruppen aus Dürrweitzschen, Rochlitz und Geringswalde. Inzwischen ist die Veranstaltung zum festen Termin bei Tanzgruppen aus Sachsen und Thüringen geworden, zu dem auch Workshops etwa zum Breakdance angeboten werden. Die 16. Auflage ist für den Oktober geplant.

Ein schwerer Schlag traf die Gruppe im Jahr 2004. Eine junge Tänzerin erlag ihrer schweren Krankheit. Steffi Bormann, noch heute berührt, sagt: "Die Mädels konnten nicht mehr tanzen, die Gruppe löste sich auf." Doch es fanden sich einige Zeit später neue Tänzerinnen, und so ging es weiter.

Heute gibt es in Schwarzbach 29 Tänzerinnen von 4 bis 29 Jahren. Sie tanzen in den Gruppen "Sweet Devils", "Dancing Kids", "Bienchen" und bei den Minis. "Die Namen ändern sich immer mal", sagt Bormann lachend. Dasselbe trifft auf die Musiken zu, von Nussknacker-Suite über Filmmusik bis zu aktuellen Titeln war schon alles dabei. Nicht nur aus Schwarzbach und den umliegenden Dörfern kamen und kommen die Mädchen, sondern etwa auch aus Rochlitz und Steudten. Auch ein Junge machte mit.

"Das Tanzen macht einfach Spaß. Toll ist die Gemeinschaft in der Gruppe", sagt Marie Petzold. Die 21-Jährige tanzt bei den "Sweet Devils". Jessica Steinert (19) war von 2004 bis 2016 dabei: "Durch die vielen Jahre kennt man sich einfach, freut sich immer, sich zu sehen und zu tanzen." Auch zu Ausflügen oder zu Weihnachten trifft man sich zudem in Schwarzbach. (mit hö)

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