Schwimmmeister wagt eine Wette: "Alle werden es schaffen"

Bei Badchef Andreas Quegwer hat vermutlich halb Rochlitz Schwimmen gelernt. Denn er macht den Job seit 24 Jahren. Auch diesen Sommer geben mutige Mädchen und tapfere Jungs ihr Bestes.

Rochlitz.

16 Grad Lufttemperatur sind es an diesem Morgen. Das Wasser im Rochlitzer Stadtbad hat immerhin angenehme 24 Grad. Da ist es kein Wunder, dass sich die sieben Mädchen und vier Jungs, die sich am Montag dieser Woche aufgemacht haben, das Schwimmen zu erlernen, lieber im Wasser tummeln als an Land. Doch Schwimmmeister Andreas Quegwer hat vor das Abtauchen die Trockenübung gesetzt.

Um eine Gruppe kümmert sich Jan Kugler, um die andere die 20-jährige Theresa, die vor "vielen Jahren", wie sie sagt, selbst bei Andreas Quegwer das Schwimmen lernte. Heute ist sie Rettungsschwimmerin bei der Wasserwacht und erklärt den Fünf- bis Siebenjährigen, wie man sich richtig bewegt und was man im Wasser beachten muss. Doch nun wird die Dusche aufgedreht, besonders tapfer springen vor allem die Mädchen ins kühle Nass, gesichert durch Schwimmbrett und Poolnudel.

Vom Beckenrand aus verfolgen viele Mütter, wie ihre Kinder beim Schwimmkurs das Gesagte im Wasser umsetzen. Auch Kay Oberländer schaut interessiert zu seiner fünfjährigen Tochter Mila, die nächstes Jahr in die Schule kommt und im Wasser eine gute Figur macht. "Drei bis vier Züge kann sie bereits. Sie freut sich schon, ohne Schwimmärmel zu schwimmen", sagt er. Es sei schön, dass solche Schwimmkurse angeboten werden. "Denn wenn die Kinder erst in der Schule sind, ist es meistens zu spät. Nach dem Schwimmkurs wollen wir auf jeden Fall weiterüben."

Für den langjährigen Schwimmmeister Andreas Quegwer, der den Job bereits seit 24 Jahren mit Leidenschaft macht und Chef im Rochlitzer Stadtbad ist, spielt das Wetter eher eine untergeordnete Rolle. "Wir würden auch bei Regen starten", sagt der 61-Jährige. Und aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen weiß er auch, dass das "Guten Morgen", mit dem er um 8.30 Uhr die Kinder begrüßt hat, im Laufe des Lehrgangs an jedem Tag lauter wird. Zehn Tage haben die Mädchen und Jungen Zeit, das Schwimmen zu lernen, zu tauchen und zu springen. Allen, die es schaffen, winkt am Ende des Kurses das "Seepferdchen" als Urkunde und Abzeichen. Bei diesen elf Teilnehmern des zweiten Lehrgangs dieser Saison, der am Montag startete, hat der Schwimmmeister keine Bedenken. Er wagt sogar eine Prognose: "Im Durchschnitt bestehen acht von zehn Kindern die Prüfung. Bei diesen elf bin ich optimistisch, dass es alle schaffen. Da könnte ich eine Wette abschließen."

Und damit das so wird, geben sich er und die anderen Schwimmlehrer große Mühe und zeigen den Kindern, was zu beachten ist. Immer wieder werden die Schwimmbewegungen geübt und korrigiert. Und nach der ersten Runde im Wasser ist erst einmal Aufwärmen in einem der Räume angesagt. "Ich habe bis jetzt nichts zu meckern. Es sind keine Heulsusen dabei. Niemand hat gezuckt, als Theresa die Dusche aufgedreht hat. Alle Mädels haben getaucht", zeigt sich Andreas Quegwer zufrieden an diesem ersten Tag. Auch Jan Kugler kann nur Positives berichten von seinen Schützlingen. "Es ist aber ein Junge dabei, der nicht tauchen will. Denn er sagt, dass er es schon kann", meint er mit einem Augenzwinkern.

Nachdem im warmen Raum den Kindern die Baderegeln erklärt wurden, geht es noch einmal hinein ins Becken. "Wir achten auf Desinfektion und Abstand", sagt Quegwer bezüglich der Corona-Hygieneregeln. Und schon ist es 9.30 Uhr - der erste Tag des zweiten Lehrgangs dieser Saison ist beendet. Ein dritter Lehrgang folgt. Um zehn öffnet dann das Bad für alle Besucher.

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