Sechs Jahrzehnte unter Strom - von Eigenheim bis Logistik-Riese

Das Peniger Unternehmen Elektra behauptet sich auf einem umkämpften Markt. Die Elektro-Firma hat ihre Geschäftsfelder erweitert und setzt vor allem auf Fachleute aus der Region.

Penig.

Italien, Katar, Malediven, Tschechien, Polen - der Peniger Technikausrüster Elektra hat mit Aufträgen bereits weltweit seine Marken gesetzt. Vor zehn Jahren war der zurzeit 63 Mitarbeiter zählende Betrieb noch deutschlandweit unterwegs. Dass man jetzt die ostdeutschen Bundesländer und vorrangig die Region im Blick hat, ist aus Sicht von Geschäftsführer Jörg Nitzsche nötig, um auf einen sich verändernden Markt zu reagieren: "Wir sind flexibler, haben kürzere Wege. Jeder Auftrag ist für uns eine neue und interessante Herausforderung."

Über mangelnde Aufträge könne sich das Unternehmen, das sein 60-jähriges Bestehen feierte und im vergangenen Jahr sechs Millionen Euro Umsatz machte, nicht beklagen. Elektra rüstet Eigenheime genauso aus wie große Industriehallen. Eine besondere Herausforderung 2017 war beispielsweise die Ausstattung einer Halle des Logistik-Riesen DHL am Drehkreuz in Leipzig. "Dort haben wir eine 20-Kilovolt-Trafostation, die gesamte Elektrotechnik, die Beleuchtung, die Steuerung und die Datentechnik installiert", berichtet der Geschäftsführer. Das sei eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen.

Von der Planung bis zur Industriemontage - auf diesem Gebiet sei das Unternehmen traditionell zu Hause. "Wir sind Partner zahlreicher Industriebetriebe in der Region, bedienen die Bereiche Logistik, Automobil, Metall, Papier, Keramik, Lebensmittel, Verwertungs- und Umwelttechnik sowie den Handel", sagt Nitzsche.

Da in der jüngeren Vergangenheit das Thema Sicherheitstechnik immer bedeutungsvoller geworden sei, habe Elektra 2013 das Tochterunternehmen Lehmann Sicherungsanlagen gegründet, das sich um den Einbau von Einbruch- und Brandmeldeanlagen in Wohn- und Firmengebäuden kümmert. Zudem werden auch Zutrittskontrollanlagen, Videoüberwachungstechnik sowie Alarmierungs- und Rauchmeldeanlagen installiert.

"Auch die Wartung ist ein wichtiger Sektor. Da verstärken wir uns momentan. Dabei kommt uns die regionalere Konzentration zu Gute", so der heute 48-Jährige, der seit 1999 Geschäftsführer ist und wie die anderen beiden Mitglieder der Geschäftsleitung, Jörg Naumann und Frank Hillebrand, im Unternehmen bereits gelernt hat.

Dass die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben ist, wertet Nitzsche als ein gutes Zeichen. Nach wie vor kämen seine Leute aus Penig und Umgebung, aber auch aus umliegenden Städten wie Limbach-Oberfrohna, Chemnitz, Mittweida, Geringswalde, Geithain und anderen Orten. Mehr als 100 Lehrlinge habe Elektra in 60 Jahren ausgebildet. Zurzeit lernen sechs Azubis im Unternehmen. "Bei guten Leistungen werden sie auch übernommen." Das sei Tradition im Betrieb. Generell spiele das Alter keine Rolle. Junge und ältere Mitarbeiter hätten gleichermaßen die Chance auf eine interessante Tätigkeit.

Dass in Penig ein Demografie-Projekt gestartet wurde, das heimische Unternehmen mit Schulen zusammenbringt und in das auch die Stadt einbezogen wird, findet Nitzsche sehr gut. Denn auch Elektra sucht Berufsnachwuchs und hat für das aktuelle Ausbildungsjahr noch zwei Lehrstellen als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik zu vergeben. "Der Abiturient findet genauso seine Perspektive bei uns wie der Realschüler. Und auch der Hauptschüler kann in Teilbereichen tätig werden", so Nitzsche.


60 Jahre Elektra Penig: Es begann als PGH

Gründung: Am 26. Juni 1958 gründeten die Elektromeister Theo Steinbrück und Manfred Höhne sowie die Elektriker Manfred Polster und Martin Ziegenspeck die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Elektra. Nach der Wende, am 16. März 1991, folgte die Umwandlung in eine GmbH. 2013 wurde das Tochterunternehmen Lehmann Sicherungsanlagen GmbH gegründet.

Mitarbeiter: Zählte der Betrieb im Jahr 1958 sieben Mitarbeiter, so wuchs die Zahl danach stetig an. 1968 arbeiteten bei Elektra bereits 34 Beschäftigte, 1978 war die Zahl auf 56 gestiegen, zehn Jahre später waren dort 64 Mitarbeiter tätig. 1998 zählte das Unternehmen 52 Mitarbeiter, 2008 insgesamt 60 und aktuell sind es 63 Mitarbeiter.

Fuhrpark: Um auf die Baustellen zu gelangen, wurde 1958 ein Fahrrad samt Anhänger genutzt. 1960 kaufte der Betrieb sein erstes Auto - einen Wartburg Kombi. Heute gehören 37 Fahrzeuge zum Fuhrpark.

Technik: 1987 wurde der erste Rechner, 1996 wurden die ersten drei Mobiltelefone angeschafft. Heute gibt es bei Elektra 28 feste und mobile PC-Arbeitsplätze und zirka 45 Mobiltelefone für die Mitarbeiter. (ule)

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