"Selbstständigkeit des Ortes erhalten"

Auf ein Neues: Die "Freie Presse" blickt auf 2021 voraus und fragt Bürgermeister - Heute: Jens-Uwe Miether, Ortschef von Altmittweida.

Altmittweida.

Die Gemeinde will in diesem Jahr rund 250.000 Euro investieren. Davon sollen knapp 100.000 Euro in die Sanierung von Gemeindestraßen fließen.

Freie Presse: Was erwartet die Altmittweidaer in diesem Jahr?

Jens-Uwe Miether: Zur Beantwortung dieser Frage muss man schon Hellseher sein, da wohl vieles von den Infektionszahlen abhängig sein wird. Die Weichen für das Jahr 2021 sind in Altmittweida mit dem Haushaltsplan gestellt. Vor allem wollen wir wie in den vergangenen Jahren die Selbstständigkeit der Gemeinde erhalten und dies durch ein gutes finanzielles Fundament absichern. Große Sprünge erlaubt der Gemeindeetat nicht, wir müssen Schwerpunkte setzen. Für Investitionen stehen rund 250.000 Euro zur Verfügung.

Was sind die wichtigsten Vorhaben 2021?

In die Sanierung von Gemeindestraßen sollen knapp 100.000 Euro fließen. Darüber hinaus sind keine großen Baumaßnahmen geplant. Rund 50.000 Euro wollen wir in die Sportplätze investieren, das übrige Geld hauptsächlich in die Sanierung von Wohnungen, Brandschutz und Verbesserungen im Außenbereich der Kindertagesstätte. Die Breitbanderschließung koordiniert der Landkreis Mittelsachsen. Die Umsetzung erfolgt in Ausbau-Clustern. Ein Termin, wann Altmittweida an der Reihe ist, steht noch nicht fest.

Gibt es noch zu tun, um Projekte abzuschließen, die im vorigen Jahr nicht beendet wurden?

Die Beleuchtung am Wasserwerksweg sollte 2020 erneuert werden. Weil der Auftrag jedoch erst sehr spät erteilt wurde, konnte die Baumaßnahme nicht fertiggestellt werden. Sobald es des Wetter zulässt, geht es weiter.

Was ist im Straßenbau 2021 außerdem geplant?

Wo konkret repariert und saniert werden soll, entscheidet für die kommunalen Straßen der Gemeinderat nach Besprechung mit dem Fachbereich der Verwaltung in Mittweida. Für die mit dem Landesamt für Straßenverkehr geplante Maßnahme an der Neusorger Straße, bei der unter anderem Fußwege und ein Kreisverkehr an der bisherigen Kreuzung mit der Nord- und Südstraße gebaut werden sollen, steht der Bauzeitraum bislang noch nicht fest.

Auch andere Bauvorhaben werden schon lange diskutiert, gibt es dabei Fortschritte?

Der lang ersehnten Ausbau der Burgstädter Straße in Mittweida und eines Abschnittes der Hauptstraße in Altmittweida bleiben weiter Themen und befinden sich in der Planung. Viele Einwohner wünschen sich zudem einen Radweg zwischen dem Röllingshainer Weg und dem Ortsende in Richtung Claußnitz. In China wäre er wahrscheinlich in zwei Wochen fertig gebaut. Bei uns ist er schon ewig im Gespräch, entschieden ist jedoch noch nichts.

Wo wird sonst noch gebaut?

Der Reit- und Sportverein will eine Reithalle errichten. Falls das Projekt genehmigt wird, beteiligt sich die Gemeinde mit einen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Außerdem soll das Freibad mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und die Beleuchtung der Sportplätze verbessert werden.

Genügen die geplanten Investitionen, um die Gemeinde voranzubringen?

Aus meiner Sicht sind wir seit mehreren Jahren auf einem guten und stabilen Stand.

Welche Erwartungen haben Sie an Landratsamt und Landesregierung?

Das An-einem-Strang-Ziehen muss in den Vordergrund rücken. Insbesondere beim Straßen- und Radwegbau sehe ich große Defizite. Jeder einzelne Bürger kann gegen alles in Widerspruch gehen, klagen und wichtige Maßnahmen um Jahre oder sogar Jahrzehnte verschleppen. Der Vorteil für das Gemeinwohl muss aber über dem Wohl des Einzelnen stehen.

Wie schätzen Sie aus heutiger Sicht die Folgen der Coronapandemie für den Gemeindehaushalt und die kommunalen Aufgaben ein?

Im Gegensatz zu anderen Kommunen spüren wir bisher keine negativen Auswirkungen im Haushalt. Durch Heimarbeit für Verwaltungsmitarbeiter müssen wir allerdings damit rechnen, dass sich manches verzögert, weil man Besprechungen nicht "einfach so" einberufen kann.

Was bedeuten die Pandemie und der Lockdown für Schule, Kita und Gewerbetreibende im Ort?

Auf Gewerbebetriebe, außer im Einzelhandel mit Nonfood-Produkten und der Gastronomie, ist der Einfluss gering. Den Kindern fehlen die sozialen Kontakte. Zudem sinkt durch die Einschränkungen in der Grundschule das Bildungsniveau massiv. Digitalisierung kann bestenfalls unterstützend wirken, Frontalunterricht aber nicht ersetzen.

Das Vereinsleben liegt derzeit weitgehend brach. Werden die Freizeitgemeinschaften und kulturelle Höhepunkte wie das Erntedankfest diese Durststrecke überstehen?

Wer mit Herz in einem Verein ist, wird auch in schlechten Zeiten dabei bleiben. Insbesondere Kindern und Jugendlichen, die sich sportlich betätigen, fehlen jedoch das gemeinsame Training und der Punktspielbetrieb. Prognosen zum Erntedankfest wage ich derzeit noch nicht. Ob es künftig stattfindet, hängt von zu vielen Faktoren ab. tür

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