Sorge vor Corona-Einschnitten treibt Peniger auf die Straße

Die Muldenstädter haben auf ihre schwierige Situation aufmerksam gemacht

Penig.

Knapp 50 Teilnehmer haben sich am Donnerstagabend an einem Spaziergang rund um den Peniger Marktplatz beteiligt. Wie einer von ihnen erklärte, wolle man Gesicht zeigen und dafür eintreten, dass die Beschränkungen durch die Corona-Krise schneller gelockert werden. "Wir lassen uns nicht länger einsperren", sagte er.

"Die Eltern haben keine Kraft mehr", fasste eine junge Frau die Sorgen der Betroffenen zusammen. Der Spagat zwischen Homeschooling, Homeoffice, wenig Geld und keinem Anspruch auf Notbetreuung sei einfach zu schwierig. Es herrsche Angst vor der Zukunft der Kinder. Zu lange kein Unterricht, keine sozialen Kontakte, das sei schädlich. "Die Kinder leiden. Die Eltern leiden. Die Familien gehen kaputt", erklärte sie. Zudem herrsche Angst vor einer Impfpflicht.

Laut Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt sei diese Aktion nicht angemeldet worden. "Wir haben offiziell keine Veranstaltungsanzeige." Obwohl die Aktion nicht angemeldet war, beobachteten mehrere Polizeibeamte den Spaziergang. Wie ein Polizeisprecher gegenüber "Freie Presse" erklärte, habe es keine Probleme gegeben. "Auch die Abstände wurden eingehalten", sagte er. (ule)

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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Lesemuffel
    08.05.2020

    Sind denn unsere Analytiker diesmal noch nicht fündig geworden, indem sie weder Rechtspopulisten, Verschwörungspraktiker, u ä. entdeckt haben. Waren einfach nur einfach freie Bürger, die sagen "hier bin ich Mensch, hier darf ich sein".

  • 4
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    mops0106
    08.05.2020

    Ich bin auch ganz erleichtert ;-)).

    Aber im Ernst: Es ist ja auch kein dpa-Artikel.

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    saxon1965
    08.05.2020

    Das ist aber schön, dass keine AfD`ler, Rechte oder gar Verschwörungstheoretiker dabei waren! Nur ganz normale Bürger? Man glaubt es kaum!