Sparkasse kündigt Verträge - Verbraucherzentrale schreitet ein

Nach anderen Kreditinstituten löst auch das Haus in Mittelsachsen nun die Langzeitverträge zum Prämiensparen auf. Verbraucherschützer raten Betroffenen, schriftlich zu widersprechen.

Rochlitz/Freiberg.

Kunden der Sparkasse Mittelsachsen erhalten dieser Tage Post von ihrem Kreditinstitut. Im Umschlag: die Kündigung ihrer Prämiensparverträge. Die mittelsächsische Bank will nun, wie andere Sparkassen zuvor, die für Sparer lukrativen Verträge beenden. Das teilte die Verbraucherzentrale Sachsen mit.

"Derzeit erreichen uns viele Nachfragen durch die Kunden der Sparkasse Mittelsachsen, die vor wenigen Tagen die Kündigung ihrer Langzeitsparverträge ,Prämiensparen Flexibel' erhalten haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Optionen die Bankkunden nun haben", fasst Uwe Kantelberg, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Chemnitz, zusammen.

Die Sparkasse bestätigte gestern die Kündigungen der unbefristeten Prämiensparverträge. Allerdings hüllt sie sich in Bezug auf die Zahl betroffener Kunden in Schweigen. Aufgelöst würden die Verträge "auf Grundlage des beiderseitigen Kündigungsrechts", heißt es dazu von Nicky Becker aus der Unternehmenskommunikation der Bank.

Infolge des aktuellen und anhaltenden Niedrigzinsumfeldes hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Kreditinstitut in den zurückliegenden Jahren grundlegend geändert. "Die gegenwärtige Marktlage und die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ist für die Sparer, aber auch für uns eine große Herausforderung", so der Unternehmenssprecher. Die Sparkasse habe auch nach Beginn der Niedrigzinsphase lange auf eine sich wieder ändernde Marktlage gewartet. Mittlerweile bewege sich die Bank aber seit Jahren in einem Negativzinsumfeld. "Daher haben wir uns entschlossen", erklärt Nicky Becker, "unser unbefristetes Prämiensparen bei den Kunden einzustellen, die bereits von der höchsten Prämienstufe profitiert haben."

Die im aktuellen Sparjahr aufgelaufene Prämie will die Sparkasse aber anteilig nach Ablauf der Kündigungsfrist auf das jeweilige Sparkonto gutschreiben - "abweichend von den vereinbarten Bedingungen auch dann, wenn das Sparjahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen sein sollte", erläutert Becker.

Aus Sicht der Verbraucherschützer ist jedoch mit der aktuellen Vertragskündigung der Sparverträge möglicherweise für die Kunden noch nicht alles vorbei. "Wer sich zunächst alle Möglichkeiten offen halten möchte, sollte der Kündigung zunächst schriftlich widersprechen", rät die Verbraucherzentrale.

Nach den Erfahrungen, die mit anderen Sparkassen und auch im Fall der Sparkasse Mittelsachsen gesammelt worden seien, könne es sich lohnen, "die Verträge und auch alle weiteren Unterlagen genau anzuschauen". Deshalb biete die Verbraucherzentrale Sachsen laut ihrem Vorstand Andreas Eichhorst in den kommenden Tagen umfassende und individuelle Beratung an. "Wir hoffen darauf, möglichst viele Verträge einsehen zu können, um einen Gesamteindruck der rechtlichen Lage der Verbraucher zu bekommen", ergänzt er.

Beratung Ein Vortrag zum Thema findet am 20. September, 14 Uhr in der Beratungszentrum der Verbraucherzentrale Chemnitz, Zschopauer Straße 107, statt. Um eine Anmeldung wird gebeten. Zusätzlich touren Mitarbeiter der Verbraucherzentrale durch verschiedene Orte. In Mittweida können sich Betroffene am Montag, 17. September von 10 bis 16 Uhr in den Räumlichkeiten des VdK, Rochlitzer Straße 58, Hilfe holen. In Oederan gibt es am Dienstag, 18. September von 10 bis 16 Uhr Beratung in der Stadtverwaltung, Gerichtsstraße 18, Raum 106. In Freiberg können sich Sparer am Donnerstag, 20. September von 11 bis 16Uhr in der Stadtbibliothek Korngasse 14, beraten lassen, in Neuhausen ebenfalls am 20. September 10 bis 16 Uhr im Rathaus, Bahnhofstraße 12. Eine Terminvereinbarung ist nicht notwendig, die Vertragsunterlagen sollten zum Termin mitgebracht werden.

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