Straßenbauamt verschiebt Sanierung der B 107 in Rochlitz

Immer wieder verlegt der Freistaat angekündigte Arbeiten. Die Reaktionen der Ortschefs darauf fallen unterschiedlich aus.

Rochlitz/Königshain.

Von der Leipziger Straße bis zur Muldenbrücke soll die B 107 in Rochlitz saniert werden. Diese Information erhielt die Stadt Anfang des Jahres vom zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Kosten der Fahrbahnerneuerung auf dem etwa 1,3 Kilometer langen Abschnitt: gut 500.000 Euro. "Wir waren überrascht über diese Ankündigung", sagt Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos). Doch die Pläne für die Großbaustelle mitten in der Stadt wurden genauso überraschend wie sang- und klanglos wieder in die Schublade gesteckt.

Dem vorausgegangen waren laut Dehne mehrere Gespräche zwischen Stadt und Straßenbaubehörde. Es sei unter anderem um Umleitungsstrecken und um den Beginn der Arbeiten gegangen; was mit der Verkehrsinsel beim Einkaufscenter wird, habe ebenso eine Rolle gespielt. Im August sollte es losgehen. "Mitte Juli gab es von uns dazu eine Anfrage beim Lasuv. In dem Gespräch wurde mitgeteilt, dass der Bau dieses Jahr nicht stattfindet", so Dehne. Eine telefonische Nachfrage im August habe das gleiche Ergebnis gehabt. Schriftlich liege der Stadt dazu nichts vor.

"Angestrebt wird nun eine Einordnung der Baumaßnahme in das Bauprogramm 2020", teilte Lasuv-Sprecher Franz Grossmann auf Nachfrage mit. Das Vorhaben habe aus finanziellen Gründen verschoben werden müssen, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Das Jahresbauprogramm stelle immer den besten Fall der geplanten Bauvorhaben dar, aber in jedem Jahr ergäben sich noch Änderungen. Die eigentlich für das Rochlitzer Projekt angedachten Mittel flossen in andere schon laufende Baumaßnahmen. Denn dort mussten Kostensteigerungen geschultert werden.

Natürlich sei man im Sommer nicht erfreut gewesen über die Absage, so der Rochlitzer OB. Doch in der Stadt habe es dieses Jahr durch den Breitbandausbau an zahlreichen Stellen Bauarbeiten und damit verbundene Sperrungen gegeben, zuletzt an der B 175 vom Mühlplatz bis zum Abzweig Gärtnerstraße. Der Bau der B 107 mit den notwendigen Umleitungen hätte in ein Chaos münden können, erklärt der Stadtchef. Deshalb nimmt er aus heutiger Sicht die Verschiebung eher gelassen.

In Königshain-Wiederau hingegen ist man mit der Geduld am Ende. Dort drängt die Gemeinde den für die Ortsdurchfahrt Königshain (S 247) verantwortlichen Freistaat schon lange zum Bauen. Ohne Erfolg. Für die Sanierung eines Teilabschnittes in Königshain habe das Landesstraßenbauamt eine Planung erarbeitet. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann die Ausschreibung ... ab 2020 ff in Aussicht gestellt werden", hieß es aus dem Lasuv. Bauamtsleiter Rico Anker übersetzt: "Der Zusatz ff bedeutet fortfolgend. Gemeint ist also die Zeit ab 2020, was auch der Sankt-Nimmerleins-Tag sein kann."

Dabei war der Stand schon einmal besser: Der Bau der S 247 auf einer Länge von rund 600 Metern inklusive des Baus einer Brücke in Königshain war der Behörde bereits für 2018 zugesagt worden. Doch auch hier führte die Behörde Kostengründe ins Feld, um die Arbeiten zu verschieben. Derzeit wird zwar die Brücke gebaut - allerdings ohne die vormals angekündigten 600 Meter Straße. "Wir fühlen uns ebenso wie die Bürger verschaukelt", so Voigt.

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