Streit um Umgang mit Kindern eskaliert

Ein Mann aus Geringswalde soll seine Ex-Frau verletzt und beleidigt haben. Auslöser war, dass der Vater seinen Sohn und seine Tochter sehen wollte.

Geringswalde/Döbeln.

Nur mittwochs oder donnerstags sowie jedes zweite Wochenende darf ein Mann aus Geringswalde seine Kinder sehen. Weil er an einem anderen als den vom Familiengericht festgelegten Tagen zum Haus kam, in dem seine Ex-Frau mit den Kindern lebt, kam es zum Streit. Der eskalierte. Der Mann musste sich wegen Nötigung, Körperverletzung und Hausfriedensbruch vor dem Döbelner Amtsgericht verantworten.

Seit Jahren tobt zwischen dem ehemaligen Ehepaar ein Streit um das Umgangsrecht mit den beiden gemeinsamen Kindern, hieß es bei der Verhandlung. Mit dem Familiengericht sei ausgemacht, dass der Mann seinen Sohn und die Tochter einmal in der Woche und an jedem zweiten Wochenende sehen kann. An einem Nachmittag im Juli 2018 ging der damals 44-Jährige zu dem Haus. Allerdings hatte er an diesem Tag kein Umgangsrecht. Deshalb wollte die Mutter ihn nicht zu den Kindern lassen, hieß es in der Anklage. Daraufhin soll der Mann die Frau eine Treppe hinuntergezogen haben. Dabei erlitt sie, wie es vor Gericht hieß, blaue Flecken an den Oberarmen. Weil es dem Mann nicht gelang, die Wohnung zu betreten, soll er seine Ex beleidigt haben.

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Zum Tatvorwurf befragt, sagte der Angeklagte, dass die Kinder es sich an dem Tag gewünscht hätten, dass er zu ihnen kommt. "Als ich klingeln wollte, griff sie meinen Arm und drückte ihn weg. Beleidigt habe ich sie nicht", sagte er. Zu Silvester 2013/14 trennte sich das Paar, hieß es. "Ich habe ihr nichts getan", so der Angeklagte. "Sie versucht mir, eins überzuziehen, damit sie vor Gericht sagen kann, der Mann ist gewalttätig", meinte der Angeklagte. Die Frau sagte in der Zeugenvernehmung, dass er sich nicht an die Absprachen zum Umgangsrecht halte. "Er hat mich von der Treppe gezerrt", schilderte sie. "Und er war alkoholisiert." Auf die Frage von Richterin Karin Fahlberg, ob sie ihn am Arm gepackt und weggedrückt habe, erwiderte die Geschädigte: "Nicht bewusst."

Das Verfahren wurde gegen Auflagen vorläufig eingestellt. Der Angeklagte muss 500 Euro an die Opferhilfe Sachsen zahlen. Sollte er dem nicht nachkommen, wird der Prozess wieder aufgenommen. (helk)

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