Streit zwischen jungem Paar eskaliert

Lunzenauer soll seine Freundin gewürgt und geschlagen haben

Lunzenau.

Endete ein Streit zwischen einem Liebespaar in einer Prügelei - vor dieser Frage standen die Richter am Amtsgericht Döbeln. Mitte April dieses Jahres soll ein 26-Jähriger Lunzenauer seine Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung geschlagen, gewürgt und dann in die Küche gezerrt haben. Dort soll er sie zu Boden gestoßen haben. Dafür musste der Mann sich nun wegen Körperverletzung verantworten. Doch er bestritt die Taten und die Frau wollte zuerst lieber schweigen.

"Ich habe sie nicht geschlagen und gewürgt", so der Angeklagte vor Gericht. "Ich habe sie lediglich aufs Bett gestoßen." Auslöser für den Streit soll ein Konflikt wegen einer anderen Frau gewesen sein. Bei der Auseinandersetzung soll eine Tasse zu Bruch gegangen sein. Das war, so der Angeklagte, für seine Lebensgefährtin Anlass, ihm einen Pullover wegzunehmen, den sie ihm geschenkt hatte. Sie wollte, so schilderte er, den Pulli kaputt machen. Er habe versucht, ihr den Pullover zu entreißen.

Zu Beginn der Zeugenbefragung wollte die Frau, die die Verlobte des Angeklagten ist, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen. Doch weil es schon mehrfach zwischen den beiden zu Reibereien gekommen sei, der Beschuldigte nach dem Vorfall im April zwei Wochen aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei und ein Hochzeitstermin nach drei Jahren Verlobung noch immer nicht feststehe, musste die Geschädigte aussagen, ordnete das Gericht an. "Die Streitereien gingen von mir aus", sagte die Frau. "Verletzungen hatte ich nicht." Allerdings, so schilderte sie, soll ihr Lebensgefährte sie nicht nur auf ein Bett gestoßen, sondern auch gewürgt und geschlagen haben. Dass sie seinen Pullover kaputt machen wollte, räumte sie ein.

Nach der Befragung des Opfers zogen sich die Richterin, Staatsanwalt und der Verteidiger zu einem Rechtsgespräch zurück. Danach stellt das Gericht das Verfahren gegen den Angeklagten vorläufig gegen Auflage ein. Der Lunzenauer muss binnen sechs Monaten 750 Euro an den Weißen Ring zahlen. Außerdem muss er im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs nach Weisung der Gerichtshilfe beim Landgericht Chemnitz binnen sechs Monaten mit seiner Lebensgefährtin ein Gespräch über die Auseinandersetzung führen. Sollte er die Vorgaben nicht erfüllen, wird das Verfahren wieder aufgenommen.

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