Stromtrasse: Peniger erhöhen Druck

Die Muldestadt wehrt sich gegen die Ergebnisse eines Gutachtens zur geplanten 110-KV-Leitung. Sie will, dass diese bei Tauscha unter der Erde verlegt wird. Eine Klage wird geprüft.

Penig.

Die Peniger Stadtverwaltung, der Stadtrat und betroffene Bürger rücken noch enger zusammen, um gemeinsam gegen den Bau von Strommasten im Bereich von Tauscha vorzugehen.

Der Netzbetreiber Mitnetz beabsichtigt, von Limbach-Oberfrohna über Tauscha bis Oberelsdorf eine 110-Kilovolt-Starkstromtrasse zu errichten. Um die Kosten für Erdkabel- und Freileitungs-Varianten gegeneinander abwägen zu können, hatte die Landesdirektion bei einem Erfurter Unternehmen ein Gutachten in Auftrag gegeben. Doch sowohl die Bürgerinitiative als auch die Stadt fechten einige der Ergebnisse an. Bereits im April hatten sich die Stadträte per Beschluss für eine Erdkabelvariante ausgesprochen. Diese Forderung ist am Donnerstag nochmals bekräftigt worden.

So hatte Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU), nachdem die Stadt das Gutachten von einer Rechtsanwaltskanzlei prüfen ließ, kritisiert, dass der Kostenfaktor darin viel zu hoch sei. Denn laut Energiewirtschaftsgesetz müsse Erdkabel verlegt werden, wenn dies das 2,75-fache der Kosten einer vergleichbaren Freileitung nicht überschreite. Das Gutachten kam zu einem Kostenfaktor von 3,22, die im Auftrag der Stadt tätige Unternehmensberatung auf 2,15 beziehungsweise 2,48. Die Stadt Penig habe deshalb gegen das Vorhaben Einwände erhoben und gegenüber der Landesdirektion gefordert, die Leitungen mindestens zwischen den Masten 22 und 37, also im Ortsteil Tauscha, der ohnehin durch die dort vorbeiführende Autobahn mit Belastungen zu kämpfen habe, als Erdkabel auszuführen.

Auf Anfrage der "Freien Presse" hatte Ingolf Ulrich, stellvertretender Pressesprecher der Landesdirektion Sachsen, bereits versichert: Sollten Betroffene Einwände oder Mitnetz belastbare Argumente gegen die Planungsgrundlagen oder Berechnungen des Gutachtens vorbringen, werde man dies im Rahmen des weiteren Verfahrens prüfen.

Somit wird sich die Genehmigungsbehörde des Freistaates auch mit dem Argument der Stadt Penig zu beschäftigen haben, dass das Gutachten keine Angabe enthält, ob einer der Bearbeiter als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger tätig ist. Das wiederum sei wichtig, so argumentiert die Stadt, wenn Betroffene gegen das Gutachten gerichtlich vorgehen werden. Und das ist prinzipiell möglich. Denn der Sprecher der Bürgerinitiative "Erdverkabelung" Tauscha (BI), Helmar Biering, hat bereits juristische Schritte angekündigt, falls die Landesdirektion die Argumente und Berechnungen von Stadt und BI nicht mit in die Entscheidungen einfließen lässt und Freileitungen statt Erdkabel im Bereich Tauscha genehmigen sollte. "Es gibt die Auffassung, dass wir als Stadt nicht klageberechtigt sind. Aber wir werden das prüfen", sagte der Bürgermeister im Stadtrat. Denn das Gutachten beinhalte noch mehr Aussagen, die von der Stadt angefochten werden. So hätten die Gutachter versäumt, zu prüfen, ob auch eine kürzere und kostensparendere Trassenvariante infrage kommt.

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