Tauscha: Hat der Gestank ein Ende?

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Seit eine Anlage das Abwasser im Gewerbegebiet vorreinigt, wehen immer wieder üble Gerüche durch den Ort. Doch was die Ursache dafür ist, ist laut ZWA unklar.

Tauscha.

Den Anwohnern in Tauscha stinkt es gewaltig; und das nicht nur im sprichwörtlichen Sinne. Denn regelmäßig weht ein übler Geruch durch das Dorf. Süßlich, säuerlich und nach vergorener Milch riecht es dann, schildert ein Anwohner die Situation. Je nach Wetterlage und Wind zieht der Gestank genauso über die Randsiedlung in Penig. "Das Problem gibt es schon sehr lange", erklärt Ortsvorsteher Gerald Krönert.

Für manche steht der Verursacher fest: Die Kohrener Landmolkerei, die 2013 ihre Produktion aufnahm und viel Abwasser in das Kanalnetz einleitet. Auch aufgrund dessen rüstete der hiesige Abwasserzweckverband, kurz ZWA, die Peniger Kläranlage auf. Seit Ende vorigen Jahres läuft der Probebetrieb der sogenannten Industriestrecke. Annähernd 16 Millionen Euro mussten investiert werden, auch weil nicht nur in der Molkerei im Gewerbegebiet, sondern auch in der Papierfabrik in der Stadt große und stark verschmutzte Mengen an Abwasser anfallen. Zusätzlich reinigt eine Flotationsanlage seit Dezember 2018 das Abwasser des Gewerbegebiets vor.

"Es gibt mehrere Geruchsquellen und mögliche Ursachen", erklärt ZWA-Technikchef Ulrich Pötzsch. Ob es an der Flotationsanlage liegt, an einer Leitung oder an den dort angesiedelten Firmen, kann er nicht sagen. Pötzsch betont, dass mehrere Firmen aus dem Gewerbegebiet fetthaltige Abwasser einleiten würden. Um die Sache mit dem Geruch in den Griff zu kriegen, ließ der ZWA neulich Abluftfilter und weiteres Material austauschen. Außerdem wird jetzt eine zusätzliche Druckleitung und einen Betonschacht gebaut. Rund 200.000 Euro nimmt der Verband dafür in die Hand.

Wie Pötzsch erläutert, wird der Schacht Mitte März geliefert und montiert. Danach wird die zugehörige Technik eingebaut und programmiert. Mit einer Inbetriebnahme ist Anfang April zu rechnen. Der Technikchef hofft, dass dann ab Mai eine "spürbare Verbesserung" der Lage zu verzeichnen ist.

Das hofft Rüdiger Fricke genauso. Der Geschäftsführer der Landmolkerei ist eigenen Aussagen zufolge über alle Maßnahmen - auch die des Abwasserverbands - froh, die helfen, die Situation zu verbessern. "Wir loten immer wieder alle Möglichkeiten aus, um Abwasser zu reduzieren, um unsere Kosten, aber auch die Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich zu halten", fährt Fricke fort.

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