Tauschaer Ortschaftsrat klopft Umweltsündern auf die Finger

Ortsvorsteher Gerald Krönert ist sauer auf unachtsame Mitbürger. Einige von ihnen stellen ausrangierte Dinge regelmäßig neben den Glas-container nahe dem Feuerwehrdepot. Appelle an die Vernunft haben bisher nicht gefruchtet. Nun wird mit Bußgeldern gedroht.

Tauscha.

Ortsvorsteher Gerald Krönert hat am Dienstagabend zur Ortschaftsratssitzung im Dorfklub Tauscha seinem Ärger Luft gemacht. "Das ist eine Sauerei", sagte er. Immer wieder komme es vor, dass einige Zeitgenossen auf dem Platz nahe dem Feuerwehrdepot ihren Müll neben dem Altglascontainer entsorgen. Und dann noch Dinge, die dort gar nicht reingehören wie ausgediente Lampenschirme und ein Bilderrahmen. "Ich habe schon etliche Dinge weggeräumt und in unserer Dorfklub-Tonne entsorgt", sagte Krönert. Es sei nicht zum ersten Mal passiert, dass gegen die Bestimmungen der Polizeiverordnung verstoßen worden sei. Nur leider sei es schwer, die Übeltäter auf frischer Tat zu ertappen. Appelle habe es schon zur Genüge gegeben, doch diese seien noch nicht bei allen angekommen.

Penigs Ordnungsamtschef Gert Benndorf, der als Vertreter der Stadtverwaltung an der Tauschaer Ortschaftsratssitzung teilgenommen hatte, konnte das bestätigen. Derartige Verstöße gebe es an etlichen Stellen im Stadtgebiet, so zum Beispiel an der Chemnitzer Straße oder an der Thierbacher Straße. "Besonders erkennbar ist das an Containerplätzen, die frei zugänglich sind", sagte der Amtsleiter. Wenn man niemanden erwische, seien derartige Verstöße schwer aufzuklären. Und da man den Zustand so nicht lassen könne, werde der Bauhof beauftragt, den Müll wegzuräumen. Zum einen sei es Bequemlichkeit, zum anderen Geiz, warum immer wieder illegal Müll außerhalb der dafür vorgesehenen Container abgelagert und nicht zum Wertstoffhof gebracht werde.

Wie man sich zu verhalten habe, sei in der Polizeiverordnung der Stadt Penig geregelt. Schwerwiegende Verstöße würden mit einem Bußgeld geahndet, falls der Umweltsünder erwischt werde. Es sei aber auch möglich, bei kleineren Delikten Verwarnungen auszusprechen, die nicht mit einem Bußgeld verbunden sind - gewissermaßen als erzieherische Maßnahme, so Benndorf.

Den Trend, dass sich die Lage in Mittelsachsen insgesamt nicht gebessert habe, kann das Landratsamt bestätigen. "Es haben die Zahl und der Umfang von illegalen Abfallablagerungen und ähnlichen abfallrechtlichen Verstößen in der freien Landschaft, aber auch im Innenbereich von Kommunen, wiederum nicht abgenommen", sagte Sprecherin Cornelia Kluge gestern auf Anfrage der "Freien Presse". Die Abfall- und Bodenschutz-Behörde habe nach wie vor alle Hände voll zu tun.

So habe der Landkreis allein im vergangenen Jahr rund 73Tonnen illegal abgelagerten Sperr- und Hausmüll, rund 2000 Altreifen und Alträder, rund eine halbe Tonne gefährliche Abfälle sowie ein Autowrack und ein Elektrogerät entsorgen müssen. "In vielen Fällen gelang es, die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen. Doch oft mussten die Abfälle auch auf Kosten des Landkreises, also auf Kosten der Steuerzahler, beräumt werden", so Cornelia Kluge. Hinweise aus der Bevölkerung würden vom Referat Recht, Abfall und Bodenschutz entgegengenommen und bearbeitet, auch wenn sie anonym eingehen.


Aus der Polizeiverordnung der Stadt Penig

Im Paragraf 6 der Peniger Polizeiverordnung heißt es bezüglich der Benutzung von Wertstoffcontainern und sonstigen Abfallbehältern:

(1) Das Einwerfen von Wertstoffen in die dafür vorgesehenen Behälter ist an Werktagen in der Zeit von 20 Uhr bis 7 Uhr und an

Sonn- und Feiertagen

nicht gestattet.

(2) Es ist untersagt, Abfälle, Wertstoffe oder andere Gegenstände auf oder neben die Container zu stellen.

(3) Es ist nicht gestattet, größere Abfallmengen in die zur allgemeinen Benutzung aufgestellten Abfallbehälter einzubringen. Insbesondere ist das Einbringen von in Haushalten oder Gewerbebetrieben angefallenen Abfällen untersagt.

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