Trauerhalle: Gemeinde packt beim Bau mit an

Die Sanierung des Gebäudes auf dem Friedhof in Wiederau wird teurer als geplant. Um Kosten zu sparen, sind auch Bauhofmitarbeiter im Einsatz.

Königshain-Wiederau.

Die Trauerhalle auf dem Friedhof in Wiederau ist Ende der 1960er-Jahre erbaut worden. "Und so sieht sie heute auch noch aus", sagt Bürgermeister Johannes Voigt (CDU). Hinzu komme, dass der Innenraum verbaut ist und mehr Sitzgelegenheiten gebraucht werden. Auch Dach, Fassade, Fenster und Türen sowie die komplette Haustechnik seien unansehnlich beziehungsweise veraltet. Das wird sich ändern, denn die Sanierungsarbeiten haben begonnen. Der Haken daran: Sie sind teurer als geplant. Waren sie ursprünglich mit rund 168.000 Euro angesetzt, so werden Schätzungen zufolge jetzt Kosten von rund 200.000 Euro entstehen. Dennoch hat die Gemeinde am Bau festgehalten und erste Leistungen bereits vergeben.

"Wie jeder weiß, sind die Baukosten in den Jahren 2017 und 2018 drastisch gestiegen. Das heißt, wir haben auf unsere Ausschreibungen entweder gar keine Angebote bekommen oder die sie lagen höher als geplant", hatte Bürgermeister Johannes Voigt zur letzten Sitzung des Gemeinderates erklärt. Die Preise seien vor etwa zwei Jahren errechnet worden, um auf dieser Basis Fördermittel beantragen zu können. Dieser Antrag sei dann etwa ein Jahr lang im Landratsamt bearbeitet worden und bis zur Bewilligung der Fördermittel sei auch noch eine Zeitlang vergangen.

"Unterdessen gab es die Kostensteigerungen im Bau. Die Forderung nach einer Sanierung der Trauerhalle steht jedoch schon so lange im Raum und bei uns im Plan, dass wir sie jetzt angehen sollten, auch wenn es die Förderung nur auf die ursprünglich veranschlagten Kosten gibt", sagte Voigt. Und Linke-Rätin Helga Steinert fügte hinzu: "Wir wollen es alle und können nicht warten. Also müssen wir es tun, es gibt keine Alternative."

Allerdings will die Gemeinde Kosten sparen, unter anderen durch Leistungsveränderungen und den Einsatz der Bauhofmitarbeiter. Diese haben nach Angaben von Bauamtsleiter Rico Anker bereits Abbrucharbeiten im Inneren erledigt und geschachtet. Zudem wurden von ihnen ein Schornstein weggerissen und Elektrozuleitungen neu verlegt. Eine Einsparung soll auch die Treppe bringen, die man als Fertigteil anbauen will.

Vier Baulose hat der Gemeinderat bereits vergeben: Die Hoch- und Tiefbauarbeiten zu Kosten von rund 49.000 Euro an die Firma Hoch- und Tiefbau GmbH Mittweida, die zu Kosten von rund 55.000 Euro auch den Zuschlag für die Baumeisterarbeiten bekam, die Dachdeckerarbeiten zu Kosten von rund 19.000 Euro an die Firma Starke Dächer in Königshain-Wiederau sowie die Sanitärinstallation an die Firma Haustechnik Wagner aus Stein zu Kosten von rund 8000 Euro. Die Tischler-, Maler- und Elektroarbeiten sollen heute Abend in der Gemeinderatssitzung vergeben werden.

Der Gemeinderat tagt heute Abend, 19.30 Uhr im Bürgerraum in Stein. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt mit einer Bürgersprechstunde.

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