Turmbau wird teurer als geplant

Der Zustand des Geringswalder Wahrzeichens ist schlechter als angenommen. Die Gemeinde muss deshalb tiefer in die Kasse greifen.

Geringswalde.

Die umfangreiche Sanierung des König-Friedrich-August-Turmes an der Geringswalder Heeresstraße wird mehr Geld kosten als geplant. So waren die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung aufgefordert, 70.000 Euro zu den bereits reservierten etwa 310.000 Euro für das Großprojekt zu bewilligen. Die Entscheidung fiel einstimmig aus. Zudem setzt die Kommune Fördermittel der Europäischen Union in Höhe von 200.000 Euro ein.

Das Bauwerk sei zwar im Vorfeld untersucht worden. "Doch etliche Bereiche wurden erst nach dem Einrüsten und mit Baubeginn zugänglich", erklärte Bauamtsleiter Thomas Riedel. Zudem habe man als Grundlage lediglich auf Zeichnungen von 1907 und ein Gutachten von 2008 zurückgreifen können. "Von der Sanierung Anfang der 1990er-Jahre existieren keine verwertbaren Unterlagen", so Riedel.

Zu Buche schlagen zum Beispiel Natursteinflächen, die nicht massiv, sondern lediglich als Verkleidung angebracht worden waren. Dann war ein Teil der Ziegel des Mauerwerks so in Mitleidenschaft gezogen, dass ein zusätzlicher Ausgleichsputz aufgebracht werden musste. Nicht zuletzt stellten die Bauarbeiter erst nach dem Abschlagen des Innenputzes den maroden Zustand der Auflagenpunkte des stählernen Turmgerüstes fest. Und Wasser hatte Dielenbelag und Balkenköpfe geschädigt. "Das Ausmaß der Schäden trat erst mit der Öffnung der Konstruktion zutage", erklärte Riedel.

Ob denn diese Kostenexplosion nicht abzusehen gewesen sei, wollte Linksfraktionschef Robert Sobolewski wissen. Sicher seien in die Kalkulation sogenannte Eventualpositionen eingeflossen, betonte der Bauamtsleiter. Nur nicht in der jetzt anfallenden Höhe, die so nicht abzuschätzen gewesen sei.

Geringswaldes zweiter Vizebürgermeister Thomas Damm (FDP) macht sich Sorgen um das Wahrzeichen, sollte erneut Feuchtigkeit ins Mauerwerk dringen. Auch hier gab der Bauamtsleiter Entwarnung. "Der Turm verfügt jetzt über eine automatische Entlüftung." Belüftungsmöglichkeiten habe es zwar früher schon gegeben, nur seien die bei der Sanierung kurz nach dem Mauerfall verschlossen worden.

Begonnen hatte die Sanierung Anfang April. Ursprünglich war die Wiedereröffnung am 3. Oktober geplant.

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