Umgehung: Geringswalder fordern Bekenntnis von Räten

Lärm und Dreck - darunter leiden Anwohner der Innenstadt seit Jahren. Nun nimmt die Debatte über eine Verkehrsentlastung weiter an Fahrt auf.

Geringswalde.

Die Diskussion um eine mögliche Trasse, die die Innenstadt Geringswaldes vor allem vom Schwerverkehr entlastet, geht in die nächste Runde.

So forderte Einwohner Gottfried Schäfer ein Bekenntnis der Stadträte zu lebenswerten Innenstadtverhältnissen. Schäfer berief sich dabei in der jüngsten Sitzung des Stadtrates auf den bestehenden Koalitionsvertrag zwischen Union und Sozialdemokraten. So heißt es in dem Papier unter anderem: "Ab 2020 ist ein weiterentwickeltes System der Förderung strukturschwacher Regionen erforderlich. Ein solches System muss sich auf die strukturschwachen Regionen in den jeweiligen Bundesländern konzentrieren und daher die Differenzierung zwischen Ost und West beseitigen. Die Grundlagen für ein solches System wollen wir in dieser Legislaturperiode erarbeiten, damit Planungssicherheit für die Zeit nach 2019 für die Länder und Regionen herrscht. Unser Ziel sind gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland."

Er wohne zwar nicht direkt an der Bundesstraße, sagte Schäfer. Gleichwohl störe ihn das Stadtbild an Dresdener wie Leipziger Straße. Immer mehr Häuser stünden leer, und wer solle dort auch leben, wenn Tag und Nacht die Brummis in unmittelbarer Nähe vorbeidonnerten. "Ich bitte darum, das Thema auf die Tagesordnung des Stadtrates zu heben", bekräftige Schäfer. "Jetzt bestehen vermutlich noch einmal Chancen, ein solches Projekt zu stemmen", sagte er mit Blick auf den Koalitionsvertrag. Die Planungen müssten jetzt beginnen.

Siegfried Sachs zählte neulich, wie er sagte, mehr als 20 Laster innerhalb von Minuten, die sein Haus an der Dresdener Straße erschütterten. Monika Sachs ergänzte: "Seit die A 72 zwischen den Anschlussstellen Rochlitz und Borna im August freigegeben wurde, ist es richtig schlimm geworden." Das Paar sprach sich dafür aus, Lastwagen aus der Innenstadt herauszunehmen.

Beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) seien in den zurückliegenden 30 Jahren keine Planungen für eine Umgehung angefasst worden, teilte die Behörde auf Nachfrage der "Freie Presse" unlängst mit.

Indes kann sich eine Anwohnerin der Dresdener Straße, die etliche Jahre im Geringswalder Rathaus gearbeitet hatte, noch gut erinnern, dass unmittelbar nach der Wende eine Entlastung des Innenstadtverkehrs immer mal wieder Thema gewesen ist. "Es war jedoch so, dass es unser kleines Geringswalde nicht auf die Prioritätenliste für derartige Baumaßnahmen geschafft hatte", konstatiert sie.

In der Zwischenzeit wurde der Geringswalder Linke-Kreisrat David Rausch in der Sache aktiv und hat vom Landratsamt Zahlen zur Verkehrsbelastung der Kleinstadt angefordert. Außerdem will der Kommunalpolitiker im November einen Treff mit Anwohnern der Dresdener und Leipziger Straße organisieren. "Wir müssen zunächst einmal ausloten, ob überhaupt ein Bedarf für eine Umgehung besteht."

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