Ungepflegtes Stadtbild: Räte suchen Lösung

Unkraut und Wildwuchs am Markt in Geringswalde stößt so manchem sauer auf. Doch das Bauhofpersonal reicht nicht aus. Die Arbeit ist nicht zu schaffen.

Geringswalde.

Da hatte sich wohl einiges angestaut: Das Thema Ordnung und Sauberkeit im Geringswalder Stadtgebiet hat viele Stadträte zur jüngsten Sitzung beschäftigt und zu einer Debatte geführt. "Es kann nicht sein, dass es rund um den Markt wie Kraut und Rüben aussieht", erklärte Geringswaldes erster Vizebürgermeister Falk Horn (Freie Wähler). Schließlich gebe es Bauhofmitarbeiter, die zum Beispiel Wildwuchs und wucherndes Unkraut entfernen könnten. Vom Marktplatz einmal abgesehen sei am Trimm-dich-Pfad kein Schild mehr in Ordnung. Auch die Beschilderung der Wanderwege sei defekt oder gar nicht mehr vorhanden. Der Zustand sei verheerend, erklärte Horn.

"Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir das hinkriegen", stimmte Hendrik Fischer (Freie Wähler) zu. "Man schämt sich, mit Geschäftspartnern die Bahnhofstraße entlangzufahren", konstatierte der Unternehmer. Denn der Fußweg sei völlig verunkrautet. "Da muss dringend was passieren."

Thomas Klemm (Freie Wähler) wollte wissen, wer die Mitarbeiter des Bauhofes zu welchen Reinigungsdiensten einteilt. Was er kürzlich am Markt beobachtet habe, sei schildbürgerhaft. "Da wird mit Messern das Unkraut aus dem Pflaster gepopelt. Das muss auch anders gehen."

Harald Hofmann (Freie Wähler) schilderte aus Sicht seines Hausmeisterdienstes seine Erfahrungen. "Wir gehen regelmäßig mit harten Kehrwalzen über die Areale, die wir betreuen. Das bedeutet zwar zunächst mehr Aufwand, aber wenn man regelmäßig einmal im Monat dranbleibt, macht sich das bezahlt."

Für David Rausch (Linkspartei) ist die dünne personelle Ausstattung des Bauhofes eine logische Folge für das ungepflegte Aussehen der Innenstadt. "Wie sollen das drei Leute schaffen?" Zudem solle die Stadtverwaltung die Anwohner mehr in die Pflicht nehmen.

Rausch und Linksfraktionschef Robert Sobolewski sprachen die aus ihrer Sicht kritische Lage von Bäumen im Stadtgebiet an, die zu vertrocknen drohten. Sobolewski regte nach einer Gießaktion in Altgeringswalde einen Aufruf an alle Einwohner an, vor allem junge Bäume mit Wasser zu versorgen. Rausch brachte einen speziellen Aufbau auf ein Fahrzeug des Bauhofes ins Gespräch, das dann regelmäßig wässern könne. Falk Horn hingegen empfahl sogenannte Gieß-Säcke, die am Fuß des Stammes durch kleine Öffnungen gezielt Wasser ans Wurzelwerk abgeben würden.

Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) verwies auf den Aufwand, der hinter der Beseitigung von Wildwuchs und gezielter Bewässerung stünde. "Wir haben uns dazu bekannt, Unkraut ohne Herbizide zu bekämpfen. Natürlich hat das Folgen." Die Verwaltung könne diese Arbeiten auch an Dienstleister vergeben. "Das bedeutet jedoch, dass wir das Geld dafür irgendwo anders wegnehmen müssen."

Denn mit dem Personal, das derzeit zur Verfügung stünde, sei die Stadt bei der Masse der anfallenden Aufgaben schlicht überfordert. Es sei Entscheidung des Stadtrates, darüber zu befinden, wie es weitergehen solle.

Aber auch in der Verwaltung, so Arnold weiter, mache man sich Gedanken. "So könnte das Personal zum Beispiel durch die Anschaffung eines Mähroboters entlastet werden, der am Sportplatz an der Straße Am Klosterbach eingesetzt werden könnte", argumentierte der Bürgermeister.

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