Unternehmer verliert Kampf gegen Krankheit

Nach der Wende gründete Lutz Päckert seinen eigenen Betrieb. Die Arbeit machte ihm Spaß, aber forderte ihn auch. Nun ist der 74-jährige Ingenieur verstorben.

Geringswalde.

Er gehörte einer Generation an, die die Ärmel hochkrempelte, als es darauf ankam. Es war die Zeit der Umbrüche, die der Wende. Der einstige volkseigene Betrieb (VEB) "Vereinigte Werkzeug-Fabriken", als "VWF" bekannt, wurde zerschlagen und Diplomingenieur Lutz Päckert griff zu und gründete in Geringswalde die Härterei Päckert. Der Beginn einer regionalen Erfolgsgeschichte. Jahre folgten, in denen er das Unternehmen aufbaute, am Markt etablierte und dafür auch kämpfen müsste.

Einen anderen Kampf hat Lutz Päckert verloren. Der Unternehmer erlag am 3. Februar im Alter von 74 Jahren einer schweren Krebserkrankung. Er hinterlässt zwei Töchter. Seine Ehefrau Ina war im Oktober vorigen Jahres verstorben. "Er wird uns unendlich fehlen", sagt Tochter Peggy Päckert. Die Geschäftsführerin der an der Mittweidaer Straße ansässigen Härterei hatte mit Vater Lutz die Leitung des Familienbetriebes inne, der sich auf das Härten von Metallteilen spezialisiert hatte. "In der Härterei wird es weitergehen. Mein Vater hat mir viel von seinem Wissen und seiner Erfahrung hinterlassen. Er brillierte als Unternehmer und ging zum Teil ungewöhnliche Wege, wenn es die Situation erforderte", so die Firmenchefin. Vermissen werde die Familie genauso wie die acht Mitarbeiter des Betriebes seine humorige Ader. Die habe er, wie sie sagt, selbst in den letzten schwierigen Monaten nicht verloren. Nicht nur das zeichnete ihn aus. "Er war ein liebevoller, herzlicher Vati und Opa, trotz seiner nicht unbedingt glücklichen Kindheit."

Auch im Rathaus löst die Nachricht Trauer und Bestürzung aus. "Ich habe Lutz Päckert als unermüdlichen Kämpfer kennengelernt", berichtet Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos). "Sein Betrieb war seine Heimat. Wir verlieren mit ihm einen starken Mann der Wirtschaft." Betroffen reagiert auch Hartmut Fischer, Firmengründer und Gesellschafter des benachbarten Unternehmens "Fischer Werkzeugbau". Bereits zu DDR-Zeiten kannten sich beide durch den Werkzeugbau. "Mit Lutz Päckert ist ein verlässlicher Geschäftsmann von uns gegangen, mit dem wir von Firmengründung an in engem Kontakt standen. Stellte doch die Härterei für uns einen der wichtigsten Kooperationspartner dar. Allen voran Chef Päckert." Fischer denkt, wie er sagt, mit Dankbarkeit an eine langjährige kollegiale Zusammenarbeit zurück. "Die wir selbstredend fortsetzen werden", unterstreicht Fischer.

Päckert war dem Werkzeugbau auch auf andere Weise verbunden. Er half die langjährige Tradition des metallverarbeitenden Handwerks in der Stadt innerhalb einer Autorengruppe um Otto Blümel, Heinz Hofmann, Hans Krause, Klaus Piprek und Günter Wadewitz aufzuarbeiten. Die "Chronik der Geringswalder Werkzeugindustrie 1870 bis 2005", die Mitte der 2000er-Jahre erschien, ist Zeugnis davon.

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