Verein soll Geringswalder Wahrzeichen betreuen

Die Sanierung des König-Friedrich-August-Turms steht vor dem Abschluss. Das Ausflugsziel soll nun entsprechend vermarktet werden. Linke-Stadtrat David Rausch weiß auch schon wie.

Geringswalde.

Die Debatte um den König-Friedrich-August-Turm in Geringswalde reißt nicht ab. Er soll Besuchern besser zugänglich gemacht und damit entsprechend vermarktet werden. Jetzt brachte Linke-Stadtrat David Rausch die Idee ein, einen Verein zu gründen, der sich um die Belange des Geringswalder Wahrzeichens kümmert. Bei den meisten Stadträten stieß sie auf positive Resonanz.

Nach einer ersten Recherche des Kommunalpolitikers während des Geringswalder Weihnachtsmarktes am ersten Adventswochenende hätten sich bereits 28 Interessenten in die ausgelegten Listen eingetragen. "Im Januar wollen wir das erste Mal zusammenkommen und die Gründung des Vereins auf solide Füße stellen", kündigte Rausch an.

Zwar hatte in der Vergangenheit der Funkclub als Pächter den Turm an Wochenenden und Feiertagen für Besucher offengehalten. Für Rausch reicht das jedoch nicht. Man wolle die Funker nicht vertreiben. "Als Verein hätten wir aber den Vorteil, Fördermittel beantragen zu können und zum Beispiel einen Turmwächter anzustellen." Auch Gastronomie könne er sich in Zukunft vorstellen. Rausch setzt bei dem neuen Verein auf die Zusammenarbeit mit den Funkern.

Er verwies zudem auf das Beispiel des Vereins "Aussichtsturm Striegistal" in Böhrigen. Mit dessen Mitgliedern habe er Verbindung aufgenommen, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

Gleichwohl hatte Böhrigen gänzlich andere Ausgangsbedingungen. "Wir standen 2009 vor der Entscheidung, das völlig marode Bauwerk abzureißen oder uns intensiv hinter dessen Erhalt zu klemmen", erinnert sich Vereinschef Matthias Zimmer. In einer ersten Veranstaltung seien er und seine Mitstreiter auf positive Resonanz bei den Einwohnern gestoßen, im April 2009 sei der Verein gegründet worden. "Die Gemeinde hatte kein Geld für eine Sanierung, und so haben wir etwa fast alle Stufen bis zur Plattform an Spender 'verkauft', die jetzt deren Namen tragen. Zudem bezahlen die Vereinsmitglieder einen Beitrag von 24 Euro jährlich." 2011 habe die Sanierung abgeschlossen werden können. Das gemeinsame Arbeiten am Turm habe die Mitglieder zusammengeschweißt. Aktuell belaufe sich deren Anzahl auf 55. "Wir öffnen den Aussichtsturm von Juni bis September in den Morgenstunden. Am Abend gibt es dann einen Schließdienst", so Zimmer weiter. Hauptsächlich teilten sich Senioren in die Dienste. "Eintritt nehmen wir nicht. Dafür gibt es eine Spendenbox, in die jährlich immerhin bis zu 600 Euro fließen." Die Erfahrungen des Böhrigener Vereins machen Rausch Hoffnung: "Das sollte in Geringswalde auch funktionieren. Und deshalb wird nun aktiv um Vereinsmitglieder geworben", kündigte der Lokalpolitiker an.

Die Kommune als Bauherr rechnet etwa Mitte Dezember mit dem Abschluss der umfangreichen Rekonstruktion des Bauwerkes, die rund 310.000 Euro kostet. Darin enthalten sind 200.000 Euro Fördermittel der Europäischen Union.

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