Vereine ersetzen den Weihnachtsmarkt

Das gewohnte Flair wird es wegen Corona in diesem Jahr nicht geben. Doch das bedeutet nicht zwingend, auf Gewohntes verzichten zu müssen.

Lunzenau/Penig.

Jedes Jahr im Dezember haben auch Vereine die Weihnachtsmärkte genutzt, den Menschen Freude zu bereiten und nebenbei Geld zu verdienen, um ihre Kassen etwas aufzubessern. Da die Märkte wegen der Coronapandemie abgesagt werden mussten, wurde nach anderen Möglichkeiten gesucht.

So betreibt der 399 Mitglieder zählende SV Fortschritt Lunzenau auf dem Kaufland-Gelände in Burgstädt zurzeit einen Grillstand. Seit der letzten Oktoberwoche und noch über die Feiertage hinaus braten und verkaufen Vereinsmitglieder dort Rostbratwürste. "Unsere Mitglieder können mitbestimmen, wofür das Geld verwendet wird", sagt Vereinspräsident Tommy Haeder. Im vorigen Jahr konnte der Verein von den Einnahmen ein Festzelt für die Zuschauerterrasse im Stadion anschaffen. Das Geld der diesjährigen Aktion soll in den Neubau eines Sportgebäudes fließen. Erst am vergangenen Wochenende hatte Sachsens Regionalminister Thomas Schmidt (CDU) dem Verein einen Förder- mittelscheck in Höhe von rund 547.000 Euro überreicht.

"Es sind wichtige Einnahmen, die der Verein sonst nicht hätte", freut sich der Vereinspräsident über das Engagement seiner Vereinsmitglieder, die sich von 10 bis 18 Uhr in den Bratwurststand am Burgstädter Kaufland stellen und dort für Einnahmen sorgen. "So etwas funktioniert nur, wenn es ein paar verrückte Leute gibt, die sich bereit erklären, so etwas zu machen", sagt Haeder. Den Grillstand betreibe der SV Fortschritt bereits das vierte Jahr. Diesmal komme durch die Coronapandemie erschwerend hinzu, dass Maske getragen werden müsse und umfangreiche Hygienebestimmungen und Sonderauflagen einzuhalten seien.

Auch der Peniger Stadtbad-Förderverein hat sich etwas einfallen lassen, da auch in der Muldestadt der diesjährige Weihnachtsmarkt wegen Corona abgesagt werden musste. "Bereits seit 20 Jahren präsentieren wir auf dem Weihnachtsmarkt unsere Riesen-Hefeklöße und seit drei Jahren auch schwäbische Maultaschen. Auf all das muss auch in diesem Jahr nicht verzichtet werden", sagt Vereinsvorsitzender Andreas Schmidt. Denn der Verein hat sich eine Spendenaktion einfallen lassen, die einerseits dafür sorge, dass die vorweihnachtliche Stimmung nicht getrübt werde, und die andererseits trotz Weihnachtsmarkt-Absage Geld in die Kasse des 26 Mitglieder zählenden Fördervereins spülen soll.

Für eine Spende ab fünf Euro könne man sich die frisch gekühlten Leckereien wie Germknödel, Maultaschen mit Fleisch oder Gemüse beim Verein abholen oder sich laut Schmidt auch nach Hause liefern lassen. "Die ersten Interessenten haben bereits ihre Lieblingsspeisen abgeholt", so der Vereinschef. Bezahlt werden könne bei Abholung in bar, auch die Zahlung per Überweisung oder über Paypal sei möglich.

"Uns kommt es darauf an, dass wir auch in diesen schwierigen Zeiten unseren gemeinnützigen Verein am Leben erhalten", so Schmidt. Noch bis zum 23. Dezember soll die Aktion laufen. Im vorigen Jahr flossen die Einnahmen, die der Stadtbad-Förderverein durch den Verkauf auf dem Peniger Weihnachtsmarkt erzielte, in den Kauf einer neuen Hüpfburg. Auch floss Geld in die Organisation des traditionellen Stundenschwimmens und des Hundeschwimmens. "Das sind Veranstaltungen, die uns wichtig sind und bei denen wir als Verein regelmäßig noch Geld drauflegen", so Andreas Schmidt.

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