Verwilderte Gärten bald Geschichte

Wo früher Laubenpieper Obst und Gemüse anbauten, wuchert das Unkraut - aber nicht mehr lange. Denn schon bald soll das Areal zu Sport, Spiel und Erholung einladen.

Königshain.

Häuschen an Häuschen reihte sich einst in der Kleingartenanlage in Königshain. Obst und Gemüse gedieh, es grünte und blühte vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein. Jetzt grünt es zwar immer noch, aber wild vor sich hin. Von der Kleingartenanlage sind nur noch Fundamente der Lauben, Reste von Zäunen und Säulen sowie Wegen und ein altes WC-Häuschen übrig. Das soll sich ändern, denn die Gemeinde plant eine Revitalisierung und Aufwertung des Geländes mit neuen Freizeitangeboten. Insgesamt rund 135.000 Euro soll das kosten. Den Fördermittelbescheid, der Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent zusichert, hat die Gemeinde aus dem Programm "Vitale Ortskerne" bereits erhalten. Und vital soll es dort auch künftig zugehen.

"Das Projekt wird in zwei Abschnitten umgesetzt. Für den ersten sollen die Arbeiten schon bald ausgeschrieben werden", erklärt Bauamtsleiter Rico Anker. Ziel ist ein Baubeginn im Oktober und die Fertigstellung des ersten Abschnitts noch in diesem Jahr.


Zunächst soll demnach der Bereich hinter dem Jugendclub eingezäunt und in einen Grün- und Blühstreifen verwandelt werden. "Hinter diesem Streifen werden eine Hecke aus verschiedenen blühenden Sträuchern und als Abschluss dahinter neue Bäume gepflanzt", so Anker weiter. Das restliche Areal soll geebnet und zu einer natürlichen Wiesenfläche werden, die dann maschinell auch gut zu pflegen ist.

Im Frühling des kommenden Jahres, so der Bauamtsleiter, geht es dann weiter mit der Aufwertung des Bereiches zwischen dem Sport- und Festplatz.

Geplant sind neben dem Spielplatz, der auch eine Aufwertung durch Reparatur, Anstrich oder eventuell Neuanschaffung von Geräten erfahren soll, wieder feste Sitzmöglichkeiten. Vorgesehen ist weiterhin, einen Volleyballplatz anzulegen sowie eine Tischtennisplatte aufzustellen und einen Basketballkorb aufzuhängen. Entstehen soll auch ein sogenannter Pumptrack. "Auf dieser hügeligen Strecke aus Erdaufschichtungen können Kinder und Jugendliche ihr Geschick und Können im Mountainbikefahren testen und trainieren", erklärt Anker.

Auch in der Kleingartenanlage "Goldene Aussicht" im Königshain-Wiederauer Ortsteil Stein, in der es viel Leerstand gibt, könnte sich bald etwas tun. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 3500 Quadratmetern, auf der sich leer stehende Parzellen befinden, zum Verkauf angeboten. "Es gab mehrere Interessenten, ein Käufer wurde ausgewählt, der Vertrag ist in Vorbereitung", so Anker.

Wie Bürgermeister Johannes Voigt (CDU) betont, werde der Vertrag eine Klausel enthalten, die den neuen Besitzer daran bindet, die Gärten abzureißen und die Fläche zu renaturieren. "Wir freuen uns, dass wir diese gemeindeeigene Fläche verkaufen können und sich somit jemand um das Grundstück kümmert", sagt Voigt.

Dieser 1932 gegründete Gartenverein Stein hatte einst 22 Mitglieder. Jetzt sind es nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Josef Mauser nicht einmal mehr die Hälfte. Viele würden aus Altersgründen aufgeben. Neue Mitglieder zu gewinnen, sei wenig wahrscheinlich. "Die meisten haben ein Eigenheim und selbst Grundbesitz. Da brauchen sie keinen Kleingarten", weiß er.

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