Viele Burgstädter zieht es in den Kreistag

Von den 540 Bewerbern kommen 32 aus der Stadt am Taurastein. Dabei können aber nicht alle Einwohner sie wählen.

Burgstädt.

Für die Kreistagswahl am 26. Mai sind 540 Kandidaten nominiert worden. 32 Bewerber wohnen in Burgstädt. 16 gehören zu den Freien Wählern, jeweils 4 zu CDU, SPD und Bündnisgrünen, zwei zur AfD und jeweils einer zum Regionalbauernverband (RBV) und zu den Linken. Aber nicht alle Kandidaten treten im Heimatwahlkreis 8 an, zu dem Burgstädt, Lichtenau, Hartmannsdorf, Taura und Mühlau gehören. Burgstädter sind in sechs der 14 Wahlkreise vertreten. Im Wahlkreis 8 kommen 17 aus Burgstädt. Die übrigen 14 Kandidaten treten für die Regionen Döbeln, Roßwein/Kriebstein, Claußnitz/Penig/Lunzenau, Mittweida sowie Flöha/Augustusburg/Niederwiesa an.

Laut Kreiswahlleiter ist es zulässig, dass Kandidaten in Wahlkreisen nominiert werden, wo sie nicht wohnen. Wichtig sei der Hauptwohnsitz im Landkreis. Der Vorstandsvorsitzende der Freien Wähler in Mittelsachsen, Lars Naumann, bestätigt, dass Burgstädter Kandidaten in fünf Wahlkreisen antreten. Pro Wahlkreis dürften maximal elf Kandidaten nominiert werden, erläutert er. Da im Burgstädter Wahlkreis auch Vertreter aus den umliegenden Gemeinden antreten, habe es für die zwölf Burgstädter und einen Hartmannsdorfer Vertreter gar keine andere Möglichkeit gegeben, als sich für einen Ausweichwahlkreis zu entscheiden, so Naumann.


"Dass man in einem ortsfremden Wahlkreis antritt, ist nicht außergewöhnlich", fügt er hinzu. Das sei auch in anderen Parteien üblich. "Aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass alle 16 Burgstädter Freien Wähler in den Kreistag einziehen", unterstreicht der Vorstandschef. Aber jeder Kandidat helfe mit seiner Bereitschaft, Stimmen und damit Sitze für die Freien Wähler in Summe zu sammeln. Dies hätten die Freien Wähler erkannt und deshalb in ganz Sachsen sehr viele Kandidaten nominiert.

Haben die Kandidaten weitab von der Heimat eine Chance? "Chancenlos sind die Burgstädter Kandidaten in anderen Orten dennoch nicht", fügt Naumann an. Michael Geyer beispielsweise wohnt in Burgstädt, betreibt aber als Facharzt für Radiologie eine Praxis in Mittweida mit Außenstellen in Rochlitz, Zschopau sowie Olbernhau und dürfte dort bekannt sein. "Das ist tatsächlich so", so Geyer. Als selbstständiger niedergelassener Arzt will er sich im Stadtrat und Kreistag engagieren und sich vor allem Gesundheits- und Familienthemen widmen, erläutert der 44-Jährige. Er tritt im Wahlkreis 6 für Mittweida, Altmittweida und Rossau an. Auch die beiden Mediziner Jens Scheithauer (Wahlkreis 6/Mittweida) und Petra Kirrbach (WK 3/Roßwein) seien jenseits der Stadtgrenzen gut bekannt. Auch sein Vater Lothar Naumann, der Altbürgermeister von Burgstädt, sei kein Unbekannter im Kreis. Selbst Abwassermeister Thomas Köhler, der für die Freien Wähler im Burgstädter Stadtrat sitzt, sieht sich im Wahlkreis 1/Döbeln nicht chancenlos, sagt der 38-Jährige. Er kandidiert auch für den Stadtrat und wolle für Burgstädt und die Region etwas bewegen. "Deshalb will ich die Fraktion der Freien Wähler stärken."

In den anderen Parteien und Wählervereinigungen wird die Anzahl der Kandidaten von elf Personen meist nicht ausgereizt. Daher liegen die Gründe anders. So tritt David Hutta für die SPD im Wahlkreis 5 (Lunzenau, Penig, Claußnitz, Königshain-Wiederau) an, "da ich zum SPD-Ortsverband Claußnitz gehöre", so der 31-Jährige. Als er vor zwölf Jahren in die SPD eingetreten sei, habe es keinen aktiven Verein in Burgstädt gegeben, sagt er.

Eric Braun von der CDU ist indes erst vor einem Jahr nach Burgstädt gezogen. Der 30-Jährige arbeitet aber seit zehn Jahren in der Kommunalen Wohnungsverwaltung Burgstädt, seit Januar 2019 als Vize-Geschäftsführer. Doch Braun hat bereits knapp zehn Jahre Erfahrung im Lunzenauer Stadtrat. Weil er nach Burgstädt zog, musste er sein Mandat abgeben. Zudem wolle er nun den Fokus stärker auf den Beruf und die Familie mit drei Kindern lenken. Braun ist Vorsitzender der mittelsächsischen Sportjugend, Vizepräsident beim Kreissportbund und sitzt im Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Deshalb sei die Kandidatur für den Kreistag für ihn folgerichtig, sagt er, der auch im Wahlkreis 5 (mit Lunzenau) antritt.

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