Vogelinsel: Experten hoffen auf Rückkehr der Tiere

In diesem Jahr blieb der Brutplatz im Großen Teich verwaist. Nun finden Lachmöwen und andere Arten wieder bessere Bedingungen vor.

Limbach-Oberfrohna.

Die Vogelinsel inmitten des Großen Teichs in Limbach-Oberfrohna gilt als einer der stabilsten Wasservogelbrutplätze Sachsens. Vor allem für Lachmöwen und Reiherenten bietet sie ein perfektes Refugium. "Historische Fotos zeigen, dass es schon vor 100 Jahren eine Insel in dem Gewässer gab. Diese verschwand jedoch im Laufe der Zeit", so Jens Hering, Ornithologe und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau. Mitte der 1990-er Jahre wurde die Insel durch die Stadt Limbach-Oberfrohna in Zusammenarbeit mit dem damaligen Umweltfachamt Chemnitz neu errichtet. Seitdem hat die Insel ihr Aussehen verändert: Wellenschlag hat Teile des Eilandes abgetragen und sie dadurch verkleinert.

Vor zweieinhalb Monaten begann der Landkreis mit der Sanierung der Insel. Dazu musste der Große Teich komplett abgelassen werden. Die erforderlichen Schlammmengen wurden aus dem nördlichen Uferbereich des Gewässers gewonnen. Diese wurden über eine Baustraße aus Steinplatten auf die Insel gefahren und dort aufgebracht. Auf jenem Uferbereich, an dem der Schlamm entnommen wurde, ist Kies aufgeschüttet worden.

Die Insel umfasst nun eine Größe von etwa 1000 Quadratmetern. Sie wird umrandet von sogenannten Lahnungen - doppelte Holzpflockreihen mit Bündeln aus Robinienzweigen, die vor Erosion und Böschungsbrüchen schützen sollen. "Das ist ein natürlicher und nachhaltiger Schutz, der etwa 20 bis 25 Jahre hält", erklärte Bernd Walther von der Firma Technofarm aus Adorf, die für diesen Teil des Projektes zuständig war. Auf den Schlammboden wurden Weidensträucher als Sichtschutz gesetzt. Stellenweise ist ein neues Kiesbett aufgeschüttet worden. "Lachmöwen lieben Kiesbänke als Brutplatz", sagt Jens Hering. "Wir hoffen, dass durch die Inselsanierung 2020 wieder reges Treiben herrscht", so Hering. Ende März könne man mit der Ankunft erster Lachmöwen rechnen.

Dies wird sehnlich erwartet: In den vergangenen zwei Jahren hatten Wanderratten große Teile der Brut zerstört. Die Lachmöwen-Kolonie war im Sommer 2019 erstmals seit 2001 komplett verwaist. Nun heißt es: Warten auf Regen, damit die Insel wieder von Wasser umspült wird.

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