Vogtländer findet in Penig sein Glück

Mein Penig: Sie stammen aus unterschiedlichen Regionen und sind in der Muldestadt sesshaft geworden. Bei der Wohnortwahl hat vieles eine Rolle gespielt.

Penig.

André Berger hat die Entscheidung bis heute nicht bereut - im Gegenteil. Mit seiner Frau Daniela und den drei Kindern Leela, Kieran und Jolina wohnt er mittlerweile im eigenen Häuschen Im Rosengarten in Penig. Dass es die Familie nach Penig verschlug, hat gleich mehrere Gründe.

"Meine Frau stammt aus der Gegend von Senftenberg, ich aus Plauen im Vogtland", so der 40-Jährige. In erster Linie war es die Arbeit, die beide nach Penig brachte. Denn es sollte ein Ort sein, von dem aus beide Arbeitsstellen etwa gleich gut zu erreichen sind. André Berger ist als Betriebsleiter in der Niederlassung Zwenkau der Firma HTI Handel für Tiefbau und Industrietechnik tätig. Seine Frau arbeitet als Handelsfachwirtin im selben Unternehmen, jedoch in der Niederlassung Röhrsdorf. "Wegen der Autobahnanbindung ist der Arbeitsweg für uns beide günstig", sagt die 42-Jährige. Bei der Wahl ihres Wohnortes sei neben Penig auch Limbach-Oberfrohna im Gespräch gewesen. Letztendlich habe die Familie aber 2013 in Penig angefangen, ihr Haus zu bauen und konnte im Juli 2014 einziehen.


"Wir sind bereits 2012 aus Chemnitz nach Penig gekommen, haben erst zur Miete gewohnt", erinnert sich André Berger. Durch das dritte Kind hätten sich beide dann für den Hausbau entschieden. Zur Region gebe es auch andere, historisch gewachsene Kontakte. Denn André Bergers Opa und sein Uropa betrieben einst ein Fleischergeschäft in Lunzenau. Doch es sei letztendlich das Gesamtpaket gewesen, warum die Entscheidung auf Penig fiel.

"Die vielen Aktivitäten, die es hier gibt, waren uns wichtig", sagt Daniela Berger. Jolina, die 16 Jahre alt wird, besucht das Burgstädter Gymnasium und engagiert sich in der Kirche. Der 13-jährige Kieran ist ebenfalls ins Gymnasium Burgstädt gewechselt und spielt seit etwa drei Jahren Fußball im TSV Penig. Leela, mit sechs Jahren die Jüngste, wird demnächst in die Peniger Grundschule eingeschult. In ihrer Freizeit tanzt sie im Faschingsclub Penig mit. Ob Stadtfest, Konzerte, Köbe- oder Kreiselfest - jeden Monat sei etwas los in Penig. Auch beim Hausbau sei im Großen und Ganzen alles problemlos gelaufen. Auf kurzen Wegen habe die Familie das Notwendige mit der Stadtverwaltung klären können.

"Es ist schön hier, es passt einfach alles", ist Daniela Berger zufrieden, Penig als Wohnort gewählt zu haben. Wenn etwas einzukaufen ist, müsse sie nicht erst mit dem Auto fahren. Der Netto-Markt sei nicht weit weg und gut erreichbar. "Überhaupt sind wir hier mit offenen Armen aufgenommen worden", freut sie sich. Das kleine Wohngebiet sei ruhig, aber trotzdem nicht dörflich. "Es wird miteinander und nicht übereinander geredet." Und einmal im Jahr werde von den Bewohnern ein kleines Fest - das Rosengartenfest - organisiert. Alle kennen sich untereinander. Es sei ein sehr angenehmes Klima.

André Berger, der acht Jahre lang in der Bundeswehr bei den Gebirgsjägern in Schneeberg diente, ist auch in seiner Freizeit sehr aktiv, engagiert sich in der Peniger Feuerwehr. "Obwohl ich vorher nichts mit der Feuerwehr am Hut hatte", gibt er zu. Mittlerweile hat auch er viele Stunden ehrenamtliche Arbeit dort geleistet, hat eine Maschinisten-, eine Truppmann- und eine Funkausausbildung absolviert und darf mit seinem Lkw-Führerschein auch das Löschfahrzeug fahren. Da er von der Pike auf das Segeln gelernt und einen Bootsführerschein hat, kann er sich auch auf diesem Gebiet in die Arbeit der Feuerwehr einbringen. Und warum arbeitet er dort so aktiv mit? "Ich habe mir mal die Frage gestellt: Was ist, wenn dein Haus brennt oder wenn eines deiner Kinder einen Unfall hat? Jeder ist froh, wenn er im Notfall Hilfe bekommt." Da sei es für ihn selbstverständlich gewesen, in die aktive Truppe der Feuerwehr einzutreten und dort mitzumischen.

Obwohl die Familie sehr zufrieden ist, in Penig zu wohnen, gibt es dennoch etwas, das aus ihrer Sicht verbessert werden müsste. Denn dass die Straßenbeleuchtung wochentags zwischen Mitternacht und 4 Uhr ausgeschaltet wird, stört sie. "Das ist einfach gruselig", so Daniela Berger. Hier müsste dringend eine andere Lösung gefunden werden.


Ein Ort, der immer wieder anders geschrieben wurde

Penig hat derzeit 8806 Einwohner. Anfang Januar dieses Jahres lebten in Penig noch 9896 Einwohner. Die meisten von ihnen, 4970, wohnen in der Stadt. Von den zehn Ortsteilen ist Langenleuba-Oberhain mit 1009 Einwohnern der größte. Der kleinste Ortsteil ist Amerika. Dort leben nach Angaben der Stadtverwaltung nur

56 Menschen.

Wie der Ortsname geschrieben wird, änderte sich im Laufe der Zeit immer wieder: 1264 schrieb man Penic, Penick hieß der Ort 1288, Penik schrieb man dann 1313, 1351/58 taucht die Variante Penyk auf, bevor Ende der 1420er- Jahre Penec daraus wurde. Penyck hieß der Ort 1511, wenige Jahre später, 1519, schrieb man Pennigk und wieder einige Zeit später, 1561, dann Benick. "Der Ortsname Penig geht nach Hans Walther auf den altsorbischen Ausdruck "pena" (Schaum, Dunst, Nebel) zurück", heißt es bei der Stadtverwaltung.

Der Ortsteil Amerika hat es zu zweifelhafter Berühmtheit geschafft. Offenbar weil sie den Bezug zu den Vereinigten Staaten sehen, haben Unbekannte schon mehrfach Verkehrsschilder gestohlen, die Autofahrern den Weg in den Ortsteil weisen. (fpe)

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