Volkshochschule arbeitet noch an Online-Kursen

Die Volkshochschule Mittelsachsen will noch mehr als bislang im Internet unterrichten. Doch die Umstellung aufs Digitale weist Hürden auf.

Mittweida/Rochlitz.

Wer sich für einen Online-Kurs an der Volkshochschule Mittelsachsen (VHS) anmelden will, wird gerade wenig finden. Zwar gibt es Webinare - also Online-Kurse - die seit mehreren Semestern in Kooperation mit einem Partner angeboten werden. Online fortgesetzte Präsenzkurse der VHS mit ihren Gebäuden in Mittweida, Döbeln und Freiberg gibt es derzeit aber noch nicht, bestätigt der VHS-Leiter Eyk Sensel.

Die Volkshochschule arbeitet zwar daran, die Kurse für den Onlineunterricht aufzubereiten. Aber: "Das Überführen in das Online-Format ist bei vielen Kursen nicht so einfach möglich", sagt Julia Pikos, Sprecherin der VHS. Über 130 Kurse aus sehr unterschiedlichen Bereichen mussten wegen des Lockdowns unterbrochen werden. Dazu gehören Computer-, Tanz- und Malkurse, Musikunterricht, auch Kurse zu Yoga, Bewegung und Ernährung.

Die Dozenten müssen den Unterricht an die neuen Umstände anpassen, aber die Qualität der Vermittlung soll darunter nicht leiden. Auch die Teilnehmer müssen mit der nötigen Technik ausgestattet sein und wissen, wie sie funktioniert, damit sie an den Online-Kursen teilnehmen können. Das sei in der Praxis mit verschiedensten Problemen verbunden, sagt Pikos. Laut den Angaben der Volkshochschule warten derzeit 1070 Teilnehmer auf die Fortführung ihrer Kurse. Die meisten seien zwischen 35 und 60 Jahre alt, etwa 20 Prozent sind älter als 60.

"Hinzu kommt, dass eine Vielzahl der Kurse wegen der Abstandsregeln im Herbstsemester nur mit deutlich verminderten Teilnehmerzahlen beginnen durften", erklärte Pikos. Wenn Teilnehmer die Kurse nicht online fortsetzen wollen, sei das Ganze völlig unwirtschaftlich. Darüber hinaus gelten die Coronaschutzverordnungen nur für einen relativ kurzen Zeitraum und so sei eine langfristige Planung für die VHS nicht möglich. Auch bestünde mit jeder künftigen Verordnung theoretisch die Möglichkeit, dass der Präsenzunterricht an der Volkshochschule wieder erlaubt werde, so Pikos. Bei Kursen, die sich im Status "Unterbrechung" befinden, besteht die Möglichkeit einer Kündigung, die Entgelte würden anteilig erstattet, informiert Leiter Eyk Sensel.

Vorbereitet werden dennoch gerade 13 Online-Kurse im kaufmännischen Bereich. Wann die Kurse beginnen, konnte Sprecherin Pikos noch nicht sagen.

Nicht nur in Mittweida, Döbeln und Freiberg ruhen die Aktivitäten, sondern auch in Rochlitz. Seit dem vergangenen Jahr hat die Volkshochschule dort einen neuen Ort, an dem sie Kurse anbietet. Genutzt werden Räume in der sanierten Bibliothek "Alte Lateinschule". "Fast 20 Kursangebote hatte die VHS vorbereitet und mit großer Unterstützung der Stadtverwaltung Rochlitz beworben", sagt Eyk Sensel. Ende September fand ein Android-Einsteigerkurs für Smartphone und Tablet statt, zwei weitere standen vor dem Beginn. Im November sollten Spanisch und Schafwollspinnen starten. Sensel: "Sobald die Möglichkeit besteht, werden die Bildungsangebote wieder aktiviert."

Die zwölf festangestellten Mitarbeiter der Volkshochschule Mittelsachsen arbeiten derzeit in Kurzarbeit. Tätig sind zudem mehr als 100 freiberufliche Lehrkräfte. Für sie gebe es eine Honorarregelung, die aber nicht nach außen kommuniziert wird.

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