Voll verluthert in Seelitz

Bei einem Fest für die ganze Familie und einer integrierten Mitmach-Ausstellung ist gestern das Leben und Wirken des Reformators erleb- und begreifbar gemacht worden.

Seelitz.

Statt Grusel mit Halloween-Kürbissen und anderem Schabernack ist der gestrige Reformationstag in Seelitz ganz in diesem Sinne begangen worden. Bei einem Fest unter dem Motto "Voll verluthert" hatten dabei Kinder und Erwachsene Spaß und lernten zudem spielerisch in einer Mitmach-Ausstellung mehr über das Leben und Wirken Martin Luthers.

Auf die Beine gestellt hatten das Fest die Seelitzer Kirchgemeinde, die evangelische Grundschule und der evangelische Kindergarten des Ortes, der Christliche Verein Junger Menschen Seelitz und der Verein Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus). Einer der Höhepunkte war ein von Grundschülern aufgeführtes Singspiel. "Inhalt war Luthers Lebensweg. Es ist schwierig, ein so ernstes und komplexes Thema kurzweilig rüberzubringen. Doch das ist gelungen. Besonders beeindruckt hat mich das Liebeslied, dass die Figuren Luther und Katharina am Schluss gesungen haben", sagte Pfarrer Gilbert Peikert.

Auch Norbert Hein vom Miskus, der später als Luther noch einen Auftritt hatte, war begeistert. "Das war eine ausgezeichnete Leistung von den Kindern und all jenen, die das Singspiel mit ihnen einstudiert haben."

Einer, der im Stück mitspielte, war der achtjährige Jonas Thurm, der mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern zum Fest gekommen war. Es habe ihm viel Spaß gemacht und er habe viel gelernt dabei, sagte er. Seine zwölfjährige Schwester Lisa freute sich über den Auftritt, den sie in der Flötengruppe der Kirchgemeinde zum Fest beitrug. Doch die Familie aus Rochlitz war nicht lediglich gekommen, um die Leistungen ihrer Kinder anzuschauen und bei ihnen zu sein. "Wir sind hier, weil wir Christen sind, weil Luther die Wahrheit gesagt hat und weil die Reformation ein wichtiger Teil unseres Christenlebens ist", sagte Mutter Doreen Thurm.

Auf dem Gelände an der Kirche waren verschiedene Stationen aufgebaut, an denen man zum Beispiel wie in Luthers Zeiten spielen konnte oder erfuhr, mit welchen Materialien damals gebaut wurde. Dazu konnten die Kinder Glückssteine - mit kleinem Spielzeug gefüllte Lehmziegel vom Denkmalpflegehof in Altzschillen - aufschlagen. Zudem lud die Ausstellung "Mensch Martin - Hut ab" ein, spielerisch mehr über die Reformation und Luther zu erfahren. Während Marie sich im Schreiben mit Gänsefeder und Tinte übte, schaute sich Mutter Daniela Lieske mit ihren anderen drei Kindern einen Film über Luther an. "Ich finde es ganz wichtig, dass das Gewicht dieses Tages auf den Reformator gelegt wird", betonte die Rochlitzerin. Ebenso sah das Anet Maszunat, die mit ihren drei Kindern aus Erlau gekommen war. "Wir unternehmen jedes Jahr an diesem Tag etwas, was mit der Reformation und Luther zu tun hat. So waren wir in Wittenberg und Eisenach und dieses Jahr sind wir eben hier."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...