Wanderwege als Hindernisstrecke

Durch die Trockenheit sind viele Bäume entlang der Talsperre Kriebstein umgestürzt. Der Wegewart hat Blockaden bereits beseitigt. Doch im Privatwald sind ihm die Hände gebunden.

Kriebsteins Wanderwegewart Marco Augustin kann an solchen Stellen im Privatwald, wie hier zwischen Kriebstein und Höfchen, zurzeit nicht viel machen. Er hofft, dass der Waldbesitzer möglichst bald die Bäume vom Wanderweg beräumt. Der Weg ist zurzeit gesperrt, eine Umgehung ist vorhanden.

Für Sie berichtet: Uwe Lemke

Petra Lindner aus Mittweida schnürt gern ihre Wanderschuhe. Von April bis Oktober ist sie regelmäßig auf den Wanderwegen zwischen Lauenhain, Wappenfelsen und Kriebstein unterwegs. Doch seit Monaten gibt es dort Probleme. "Man muss über so viele Bäume steigen. Das ist eine Zumutung", beklagt sie. Nur Verbotsschilder aufzustellen, sei keine Lösung. Und wenn sie mit Wanderern spreche, dann würden diese angesichts der vielen Bäume auf den Wegen nur mit dem Kopf schütteln. Sie habe gehört, dass Geld für die Wanderwege vorhanden sei. "Doch was wird damit gemacht?", fragt sie.

Thomas Caro, Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes, kann das bestätigen. Denn zu je einem Drittel finanzieren der Zweckverband, die Stadt Mittweida und die Gemeinde Kriebstein einen Wanderwegewart. Marco Augustin, der diese Aufgabe sehr engagiert übernommen habe, kümmere sich täglich um den Zustand der Wanderwege. Er beseitige Vandalismus-Schäden, repariere Schutzhütten und beräume Bruchholz. Auch die Materialkosten würden geteilt. "Doch das Problem ist: Wir können nicht in Privateigentum eingreifen", macht Thomas Caro deutlich. Der von der Leserin kritisierte Bereich sei Privatwald und gehöre Johannes Hanöffner. "Uns gegenüber hat er erklärt, dass er die Schäden selbst beheben will", sagt Caro. Der Zweckverband habe angeboten, die Wege freizuschneiden. "Der Waldbesitzer könnte auch sein Holz behalten. Doch bisher haben wir keine Lösung gefunden", bedauert Caro.

Wegewart Marco Augustin sieht täglich, wie viele Bäume aufgrund der langen Trockenheit umgestürzt sind und die Wege blockieren. "Die Wurzeln haben keinen Halt mehr, es fallen beinahe täglich Bäume um", sagt er. In den Bereichen, in denen er aktiv werden kann, seien die Wege weitgehend frei. "Auf der Wappenfelsen-Seite ist alles beräumt. Ich bin mit dem Boot rangefahren, habe Werkzeug mitgebracht, und los ging's". Die privaten Waldbereiche habe er nicht beräumen können. Da bleibe den Wanderern nur, über die Baumstämme zu steigen.

Waldbesitzer Johannes Hanöffner weiß um die Probleme und bittet um Geduld. Denn durch die Trockenheit stehe auch die Forstwirtschaft vor einer schwierigen Situation. "Die Holzpreise sind im Keller. Unternehmen, die für uns arbeiten, sind überlastet, haben keine Zeit", sagt er. Nach den Schäden durch Stürme und Trockenheit gebe es nun Schäden durch die Borkenkäfer.

Das Angebot des Zweckverbandes sei zwar gut gemeint, doch geschnittenes Holz lasse sich nur schwer verkaufen. "Wir brauchen die Stämme im Ganzen." Zudem sei es schwierig, vor allem an Hanglagen das Bruchholz zu bergen. Mit Großmaschinen wie einem Harvester sei da nur bedingt etwas zu machen. Es würden Seilwinden benötigt. "Wir haben bereits viele Wege im Bereich der Burg freigeräumt", so Hanöffner. Andere Waldbereiche, vor allem solche, die nur über Wiesen erreichbar seien, müssten noch auf eine Beräumung warten. Denn angesichts der Trockenheit könne man zurzeit nicht über diese Wiesen fahren, da die Landwirte das wenige Gras dringend als Futtermittel benötigten. "Ich will versuchen, in den nächsten Monaten auch aus den kritisierten Bereichen das Holz zu bergen", sagt Hanöffner.

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