Was tun gegen den Müll am See?

Unrat sammelt sich an der Bieserner Sandgrube. Doch dem Problem ist offenbar schwer Herr zu werden - trotz des Einsatzes von Anglern und Freiwilligen.

Ein Müllhaufen am Bieserner See. Über den Unrat ärgern sich Angler und Besucher gleichermaßen.
Reste eines alten Fernsehers, abgelegt an einem der Parkplätze.

Für Sie berichtet: Franziska Muth

Pappteller, Plastikgeschirr, die Reste eines Wasserspieltiers, leere Flaschen - ein unansehnlicher Haufen Müll liegt an einem Ufer des Sees in Biesern. Einige Fußminuten weiter, an einem Parkplatz ebenfalls Unrat: Eimer, Mülltüten mit Verpackungen, sogar die Reste eines Fernsehers. Und im Gras neben dem Weg Beutel mit Hundekot. "Es ist ein Problem, das uns seit Jahren begleitet", sagt der Seelitzer Bürgermeister Thomas Oertel. Doch was kann dagegen getan werden?

"Wir versuchen unser Bestes, es in den Griff zu bekommen - was in den Sommermonaten schier unmöglich ist", sagt Lars Rinner, zweiter Vorsitzender des Angelsportvereins Sägefisch. Der Verein mit Sitz in Chemnitz betreut das Gewässer als Mitglied des Anglerverbands Südsachsen Mulde/Elster, der das Fischereirecht gepachtet hat.

Zu den Besuchern des Sees zählen Badegäste, Angler, Spaziergänger, Reiter, aber auch Kurzurlauber, die am See übernachten. Er ist - folgt man den Kennzeichen der geparkten Autos - Anziehungspunkt für den weiteren Umkreis. Die Vereinsmitglieder würden es allein nicht schaffen, den Müll wegzuräumen. "Seit einigen Jahren lassen wir den Müll zwei- bis viermal im Jahr von einer Firma beräumen. Das kostet jährlich rund 6000 Euro", so Rinner. Unterstützung käme vom Verband. "Wir wollen, dass Biesern ein ordentliches Gewässer bleibt, das alle in ihrer Freizeit nutzen können."

Auch Dirk Stoklossa von der "Initiative für ein grünes Rochlitz" ist daran gelegen. Schon mehrmals hat er Müllsammelaktionen mitorganisiert, zuletzt im Frühjahr. "Wir haben zwei kleine Pkw-Anhänger zusammenbekommen." Er habe auch bei der Stadt angeregt, dass ein Container aufgestellt werden könnte.

"Das wird nicht als sinnvoll erachtet. Der See wurde von den Anglern gepachtet und ist kein Naherholungszentrum. Es muss befürchtet werden, dass der Mülltourismus zunimmt", so der Rochlitzer Hauptamtsleiter Mario Rosemann. Ähnlich sieht es Bürgermeister Oertel. "Wir haben an den Parkplätzen schon Müllablagerungen in Größenordnungen festgestellt, bis hin zu Bauschutt." Der Seelitzer Bauhof habe solche Dinge auch schon abtransportiert - aber die Gemeinde sei eigentlich nicht zuständig.

Bei den Flächen um die Sandgrube herum handelt es sich größtenteils um Privatgrundstücke, die in einem Wald liegen, so Hauptamtsleiter Rosemann. Da greife das Waldgesetz, das zum Beispiel auch verbietet - wie schon vorgekommen - Feuer ohne Genehmigung zu machen. Das Ordnungsamt habe zwar vor vier bis fünf Jahren Kontrollgänge durchgeführt und mit Besuchern gesprochen, sich ordnungsgemäß im Wald zu verhalten. Die Stadt könne Verstöße aber nicht ahnden. Zuständig sei die Forstbehörde des Landkreises. "Freie Presse" hat beim Landratsamt angefragt, ob schon Anzeigen beim Kreis eingegangen sind. Eine Antwort steht noch aus.

In der Bürgerinitiative würden Ideen gesammelt, Müll und wildem Parken in Biesern zu begegnen, sagt Dirk Stoklossa. Im Herbst will man an die Stadt herantreten. Auch Lars Rinner vom Angelverein sagt, er sei gesprächsbereit, vielleicht könnte es eine Arbeitsgruppe geben und der Verein finanziell unterstützt werden.

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