Wenn Trainerlegenden von früher reden

In Cossen haben Hans Meyer und Eduard Geyer Einblicke in ihr Sportleben gegeben. Die beiden gingen auf eine Tour durch die Fußballwelt.

Cossen.

Wenn die Fußballtrainer Hans Meyer (77) und Eduard Geyer 75) gemeinsam in einer Talkrunde auftreten, dann sind Lacher vorprogrammiert. So war es auch am Donnerstagabend im Alten Saal in Cossen. Der SV Fortschritt Lunzenau hatte beide Trainerlegenden eingeladen. Moderiert wurde der Abend von Thomas Veit, der in Siebenlehn eine Sportmarketing-Agentur betreibt und dessen Sohn Sixten einst unter Hans Meyer beim Chemnitzer FC spielte. Veit gliederte den Plauderabend wie ein Fußballspiel: In zwei Talkrunden zu je 45 Minuten und in eine Halbzeit, in der er mit dem Publikum Ratespiele gestaltete. Und natürlich ging die Gesprächsrunde in eine kleine Verlängerung.

Die Tour durch die Fußballwelt begann mit den aktuellen Erfolgen der deutschen Profi-Mannschaften. "Dass zwei davon unter den besten vier Teams in Europa sind, ist stark", sagte Meyer. "Bayern-Trainer Hansi Flick hat mit altbewährten Mitteln Erfolg, und den Verantwortlichen von RB Leipzig sollte man ohnehin ein Denkmal setzen. Das ist fast so sensationell wie das, was Ede mit Cottbus geschafft hat", sagte der 77-Jährige. Eduard Geyer hatte 1994 den FC Energie Cottbus in der damals drittklassigen Regionalliga übernommen. Sechs Jahre später stieg er mit den Lausitzern in die Bundesliga auf und hielt sich dort mit überschaubaren finanziellen Mitteln drei Jahre. "Wir hatten das Gefühl, dass wir mit dem Fußball den Menschen dort etwas Mut vermitteln können." Etwas in einer Wunde gebohrt wurde bei Eduard Geyer aber auch, denn Thomas Veit sprach den 15. November 1989 an. Geyer war damals Trainer der DDR-Nationalmannschaft, die mit einem Unentschieden beim Auswärtsspiel in Österreich das Ticket zur Weltmeisterschaft 1990 gelöst hätte. Die Partie ging 0:3 verloren. "Wir wurden verpfiffen!" Toni Polster schoss damals alle drei Tore. Den Stürmer trainierte später Hans Meyer bei Borussia Mönchengladbach. "Drei Monate hast du ihn noch mitgeschleppt, bevor du ihn aussortiert hast", so Geyer zu seinem Trainerkollegen.

Den Vorwurf, dass Eduard Geyer seinem Kumpel Meyer nie ein Bier ausgeben wollte ("Weil Du so geizig bist, Ede!"), wollte sich Geyer aber nicht gefallen lassen: "Du bist doch Weintrinker, da wäre Bier Verschwendung gewesen."

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.