Wieder Schule im Dorf: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Weil das Gebäude leer- steht, möchte Zettlitz wieder Leben einziehen lassen und hofft auf Kinder aus Rochlitz. Die Stadt prüft allerdings mehrere Varianten, um die Regenbogen-Grundschule zu entlasten.

Rochlitz/Zettlitz.

Zettlitz bleibt dabei: Warum ein Schulgebäude abreißen, wenn in Rochlitz der Platz für Grundschüler immer knapper wird? Die Gemeinde hält deshalb weiterhin an ihrem Vorhaben fest, der Stadt das leerstehende Quergebäude der einstigen Mittelschule im Gebäudekomplex An der Kirche für die Einrichtung einer Grundschule anzubieten. Doch ein erster Vorstoß beim Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) fiel eher ernüchternd aus. Den Eindruck hatte zumindest der Zettlitzer Bürgermeister Steffen Dathe (parteilos) unlängst nach einem ersten Gespräch bei der Chemnitzer Behörde mitgenommen. "Man hat uns mit unserer Idee dort gar nicht richtig wahrgenommen", urteilte der Gemeindechef. An dem Angebot an die Stadt Rochlitz will er dennoch festhalten.

Sollte das Arrangement zustande kommen, würde die Gemeinde Zettlitz die Sanierungsarbeiten am Gebäude schultern. "Wir blieben Eigentümer", betonte Vizebürgermeister Gerd Fuhrmann (Linke). Gleichwohl müsste man eine Möglichkeit für die Refinanzierung der Ausgaben finden. "Wenn wir die Chance haben, unseren Ort mit einer Grundschule zu beleben, sollten wir unbedingt dranbleiben", erklärte Udo Tilch (Wählergemeinschaft Feuerwehren). "Es wäre doch geradezu paradox, hier das Gebäude abzureißen, und die Rochlitzer bauen stattdessen neu."


Ob die Zettlitzer Pläne in Rochlitz den erhofften Anklang finden, ließ der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) offen. "Es ist Sache des neu gewählten Stadtrates, darüber zu befinden." Ende August nehme das Gremium seine reguläre Arbeit auf, dann käme das Thema auf die Tagesordnung. Der Rochlitzer Stadtchef, der an der Gesprächsrunde beim Landesschulamt teilgenommen hatte, sieht aber auch Probleme. "Zum Beispiel das des Lehrpersonals, in Zeiten, in denen es ohnehin an Pädagogen fehlt", so Dehne.

Laut Dehne gebe es mehrere Möglichkeiten, mehr Platz für Grundschüler zu schaffen. Zettlitz wäre lediglich eine davon. Darüber hinaus gebe es Gespräche mit der Nachbargemeinde Wechselburg. Auch dem Gedanken an einen Neu- oder Anbau in Rochlitz verschließe man sich nicht.

Die Rochlitzer Regenbogen-Grundschule ist bereits seit einiger Zeit an ihrer Kapazitätsgrenze. Bisher seien die Klassenstufen laut Dehne dreizügig. Doch künftig rechne die Stadt mit der Einschulung von sogar je vier ersten Klassen.

Zugleich plant die Gemeinde Zettlitz die Umnutzung beziehungsweise den Umbau dreier Gebäude im Ortszentrum, oder eben den Abriss eines seit Jahren leer stehenden Traktes, der einst zur Mittelschule gehörte und der nur Kosten verursacht.

Das Landesschulamt war gestern für eine Stellungnahme zu dem Fall nicht zu erreichen.

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