Wildes Parken am Erdbeerfeld: Polizei rückt zu Kontrollen an

Der Andrang auf der Fläche an der B 173 hat selbst die Betreiberfirma überrascht. Ihr Tipp: Selbst-Pflücker sollten die Stoßzeit von 8 bis 11 Uhr meiden.

Kleinschirma.

Der Ausflug zum Erdbeerpflücken an der B 173 zwischen Freiberg und Oberschöna hat zwei Autofahrern eine Anzeige der Polizei eingebracht. Bei der Kontrolle durch eine Streife des Freiberger Polizeireviers und den zuständigen Bürgerpolizisten hätten zwei Fahrzeuge halb auf der Fahrbahn der B 173 und halb auf dem Seitenstreifen gestanden, erklärt Jana Ulbricht von der Polizeidirektion Chemnitz. "Diese Einengung hatte auch zu Stau beziehungsweise zäh fließendem Verkehr auf der Bundesstraße geführt."

Die Fahrer der beiden Pkw seien ausfindig gemacht worden und hätten ihre Autos nach Aufforderung entfernt, so Ulbricht: "Zudem wird eine entsprechende Ordnungswidrigkeitsanzeige gefertigt." Unfälle seien im Zusammenhang mit dem Andrang auf dem Erdbeerfeld noch nicht registriert worden, so die Erste Polizeikommissarin. Die Situation scheine aber insbesondere zu "Stoßzeiten" am Feld schwierig - nicht nur durch parkende, sondern auch durch ein- und ausfahrende Pkw.

Die Polizeisprecherin weist grundsätzlich darauf hin, dass laut Straßenverkehrsordnung das Parken auf Vorfahrtsstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften nicht erlaubt ist. Auch ein halb auf der Fahrbahn/halb auf dem Seitenstreifen-Stehen sei verboten: "Daher sollten 'Selbstpflücker', wenn der Parkplatz am Feld voll ist, später wiederkommen." Ein Parken auf der B 173 schaffe im Zweifel eine Gefahrensituation für den Fahrer selbst, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. "Wir werden die Situation weiter beobachten und bei Feststellungen entsprechend einschreiten und die Ordnungswidrigkeiten ahnden", kündigt Ulbricht an.

Von dem Andrang auf dem Erdbeerfeld war selbst die Betreiberfirma Erdbeeren Funck überrascht. "Wir wurden von dem Ansturm regelrecht überrollt. Es scheint, als hätten alle Angst, dass es morgen nichts mehr gibt", urteilt Claudia Funck. Dabei gebe es noch viele grüne Erdbeeren, und die Ernte gehe sicher noch zwei bis drei Wochen. Allerdings habe sie auch schon oft sehen müssen, wie Hagel oder Starkregen die Ernte von einem Tag auf den nächsten Tag vernichtet habe.

Sie habe sich auch selbst schon auf dem Feld umgeschaut und mit den Verkäufern gesprochen: "Es gäbe auf dem Feld mehr Parkmöglichkeiten, wenn disziplinierter geparkt werden würde." Die Firma habe sich extra im Vorfeld eine verkehrsrechtliche Anordnung geholt, damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der B 173 am Erdbeerfeld auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert wird, damit die Fahrzeuge gefahrlos auf das Feld und vom Feld kommen.

Nachdem Ende Mai in einigen Teilen Sachsens die Erdbeerernte begonnen habe, hätten auch im Raum Freiberg die Leute schon sehnsüchtig auf die Erdbeeren gewartet: "Wir mussten sie erst vertrösten, dachten dann so um den 6. Juni, es kann in circa einer Woche losgehen und wurden dann überrascht, dass die Schafskälte länger dauerte als angekündigt." Das Feld habe deshalb vom 12. bis 17. Juni immer wieder schließen müssen. Erst seit vergangener Woche sei regulär geöffnet: Montag bis Samstag 8 bis 19 Uhr, Sonntag 8 bis 12 Uhr.

Tipps: Claudia Funck von der Betreiberfirma bittet darum, vorsichtig zu fahren und zu schauen, wie man parkt: "Behindere ich, versperre ich den Weg, parke ich ökonomisch, sodass noch ein anderes Auto hinpasst?" Zudem sollte versucht werden, Stoßzeiten zwischen 8 und 11 Uhr zu vermeiden.

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