"Wir brauchen Rundwanderwege"

Heimat- und Verkehrsverein stellt Projektmanager ein - Neuer Mitarbeiter will Fahrrad- und Wanderrouten über das Internet bekannt machen

Rochlitz.

Bastian Rakow ist künftig für die Wegeinfrastruktur im Tourismusverband "Rochlitzer Muldental" zuständig. Über seine Aufgaben und anstehende Herausforderungen hat Claudia Bodenschatz mit ihm gesprochen.

"Freie Presse": Herr Rakow, Ihre Stelle wurde neu geschaffen. Worin genau besteht der Bedarf und was sind Ihre Aufgaben?


Bastian Rakow: Der Trend geht dahin, Wander- und Fahrradrouten digital zu vermarkten. Wir sind in der Region, was das belangt, noch etwas rückschrittlich. Die Tourismusverbände Erzgebirge und Vogtland sind da schon viel weiter und etablieren sich in einem weltweiten Netzwerk für Wanderwege. Es steckt viel wirtschaftliches Potenzial in einem digitalen Wegenetz. Den Verein erreichen oft Anfragen, wo man nahe der Routen essen oder übernachten kann. Das lässt sich digital viel besser verknüpfen und auf aktuellem Stand halten. Unsere Routen liegen nur als Kartenma- terial vor. Mein Schwerpunkt wird es also sein, ein digitales Wegemanagement zu erfassen und zu etablieren.

In welchem Zustand befinden sich die Wanderrouten im Landkreis aus Ihrer Sicht?

Die meisten Wanderwege wurden Mitte 1990er-Jahre erstellt und sind seitdem auch nicht mehr großartig gepflegt worden. Es gibt Wanderwege, an denen steht kein Schild mehr. Andere sind lückenhaft, wie der Fahrradweg von Waldheim nach Rochlitz. Der endet bislang in Geringswalde, soll aber ausgebaut werden. Meine Aufgabe wird zukünftig auch sein, die Qualität der Wege zu erfassen. Was kann man weiterentwickeln und was vielleicht auch zurückbauen? Es gilt auch, Raststätten zu erfassen. Da geht es vor allem darum, welches Mobiliar vorhanden ist und wie man das nachhaltig wirtschaftlich gestalten kann.

Wo muss in der Region dringend etwas getan werden?

Viele Wege führen von einem zum anderen Ort, aber nicht zurück. Das heißt, wir brauchen Rundwanderwege, die zu zentralen Parkplätzen zurückführen. Auch der Muldentalradweg ist an vielen Stellen zu eng, verläuft hauptsächlich an der Straße entlang oder ist auf der ungünstigeren Seite der Mulde gelegen. Zwischen Rochlitz und Colditz zum Beispiel verläuft er auf der rechten Muldenseite - da ist gar nicht so viel zu sehen. Auf der linken Seiten hätten wir das Museum in Schwarzbach und die Naturstation in Weiditz.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie in Ihrer neuen Position?

Da ich erst seit drei Wochen Projektmanager bin, ist die Kommunikation mit allen Beteiligten noch ausbaufähig, gerade mit den ehrenamtlichen Wegewarten. Grundsätzlich ist eine Vernetzung mit Ortswegewarte, Kreiswegewarte, Tourismusverbände, Landratsämtern, Gemeinden und auch dem Sachsenforst wichtig. Aber auch die privaten Grundstückseigentümer werde ich ansprechen, denn zum Teil laufen die Routen auch über Privatgelände.

Können Sie schon sagen, wie Sie die gesteckten Ziele umsetzen werden?

Große Veränderungen brauchen natürlich Zeit. Die Lückenschließungen des Muldentalradweges zum Beispiel wird noch ein paar Jahre brauchen. Aber auch kurzfristig lässt sich mit einer neuen, optimalen Beschilderung und einem digitalen Wegenetz viel Positives erreichen. cbo

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