"Wir wissen jetzt, was wir draufhaben"

Etwa 410.000 Besucher hat die Landesgartenschau in Frankenberg angelockt - Einer, der für die üppige Blütenpracht sorgte, ist Falk Horn

Frankenberg.

Die "Freie Presse" begleitete den Geringswalder Gärtnermeister und sein Team durch die Veranstaltung. Was die Gartenschau ihm gebracht hat und worüber er sich geärgert hat, erzählt er Marion Gründler.

"Freie Presse": Nach rund einem halben Jahr des Trubels rund um die Schau zieht bei Ihnen wieder Normalität ein. Können Sie jetzt durchatmen?

Falk Horn: Eher nicht. Hier ist allerhand liegen geblieben. Im Geschäft musste es ja in den vergangenen Monaten trotzdem weitergehen. Ohne die Unterstützung meiner Frau Ines, die in Geringswalde die Stellung gehalten hat, wäre das alles nicht zu stemmen gewesen. Denn wir sind häufig nach Frankenberg in "großer Besetzung" ausgerückt und waren nicht selten bis zum Dunkelwerden auf dem Gelände beschäftigt.

Was hat Ihnen die Schau in Frankenberg gebracht?

Vor allem eines: Wir wissen jetzt, dass wir es auch als kleine Gärtnerei draufhaben. Das Thema Landesgartenschau hielt uns ja nicht erst mit der Eröffnung in Atem. Es gab vorher schon viele schlaflose Nächte und die Frage, ob wir das schaffen. Im Frühjahr mussten zum Beispiel 70.000 Tulpenzwiebeln gesteckt werden. Die Euphorie rund um die Schau hat uns erst angesteckt, als die ersten Pflanzen im Boden waren und wir ein Gefühl dafür entwickelt hatten, was pro Tag zu bewältigen ist. Ehrlich gesagt: Mir fiel ein Stein vom Herzen, als uns klar wurde, dass wir es hinkriegen. Wir wollten eine super Schau. Und das ist gelungen. Unter anderem durch die Unterstützung meines Sohnes Sandro, der in die Firma eingestiegen ist und damit gleich seine Feuertaufe bestand.

Haben Sie selbst noch dazulernen können?

Auf jeden Fall. Vor allem, was neue Pflanzkonzepte anbelangt, zum Beispiel die Kombination hochstehender mit flach wachsenden Pflanzen, das Spiel zwischen Höhe, Tiefe und Farbe. Neu war für mich beispielsweise auch der Buntblättrige Fuchsschwanz. Vieles von dem, was ich an Anregungen mitgenommen habe, schlägt sich jetzt auch in der Bepflanzung des Geringswalder Marktes nieder.

Gab es Pflanzen, die in Frankenberg nicht gut gewachsen sind?

Die Landschaftsarchitekten hatten asiatische Sumpfpflanzen vorgesehen. Die haben sich nicht bewährt. Dafür war es im April einfach noch zu kühl. Ansonsten haben wir mit Wasser und Dünger nicht gegeizt. Die Schau musste perfekt sein.

Haben Sie sich auch geärgert?

Nein, da gab es aus meiner Sicht nichts. Hin und wieder hat mal ein Besucher einen Samenstand (ein verwelkter Blütenkopf, der Samen enthält) mitgenommen, das kann man schon verschmerzen. Es waren eher erfreuliche Erfahrungen, wenn wir zum Beispiel bei Pflegearbeiten von Hobbygärtnern angesprochen wurden. Es gab auch hunderte Anrufe in der Gärtnerei von Naturfreunden, die nach Pflanzen fragten oder uns in Geringswalde besuchten.

Die nächste Schau ist 2022 in Torgau geplant. Werden Sie sich wieder bewerben?

Ich muss jetzt erst einmal den Kopf freibekommen. Wir haben nach der Schau noch etliches zu tun, wie das Gelände beräumen oder einen Komposthaufen anlegen. Aber Torgau reizt mich schon. grün

Weitere Beiträge zur Landesgartenschau finden sie im Internet:

www.freiepresse.de/laga2019

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