Wo es bei der Landesgartenschau noch klemmt

Eitel Sonnenschein herrschte in der ersten Woche auf dem Garten-festival. Doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten.

Frankenberg.

Bis zu 30.000 Besucher kamen in der ersten Woche zur Landesgartenschau in Frankenberg. "Wir hatten Traumwetter und sind gut gestartet", sagte Jochen Heinz, einer der zwei Geschäftsführer der Gartenschau. Zugleich räumte er Defizite ein. "Wie immer in den ersten Wochen gibt es Startprobleme beim Einlass, in der gastronomischen Versorgung, aber auch in der Beschilderung", so Heinz.

"Freie Presse"-Leser Dietmar Vogel hat die Frankenberger Schau mit jener im baden-württembergischen Lahr verglichen. Sie fand im Vorjahr statt und zählte 800.000 Besucher, darunter auch Dietmar Vogel. "Ich war von Frankenberg enttäuscht", sagte er. Seine Kritikpunkte: Gastronomie, Ideenlosigkeit bei der Gestaltung der Blumen- und Minigärten, zu wenig lokale Gewerbetreibende und Ansprechpartner, etwa bei den Erzeugern in der Blumenhalle. Mit einer Kreditkarte könne man an der Kasse nicht bezahlen. Und ein einziger Gärtnerbetrieb auf dem Gärtnermarkt sei zu wenig. Zudem sei der in Sachsen verlangte Eintrittspreis "nicht unbescheiden". Erwachsene zahlen in Frankenberg 16 Euro für eine Tageskarte, in Lahr kostete die 18 Euro. Die 58 Millionen Euro in Baden-Württemberg waren die reinen Baukosten, der Investitionshaushalt lag bei 60 Millionen Euro. In Sachsen betrug das Investitionsvolumen in der Stadt in Vorbereitung der Schau 25,5 Millionen Euro.


Zu den Kritikpunkten äußerte sich Geschäftsführer Heinz wie folgt: Eine fachliche Betreuung der Themengärten sei permanent gewährleistet - am Infozentrum Galabau. "Es ist bei uns üblich, dass nur ein Pflanzenverkauf auf dem Gärtnermarkt angesiedelt ist", sagte Heinz. Es habe schon einen Versuch mit mehreren Gärtnern gegeben. Da seien aber die Umsätze für die einzelnen Firmen zu gering gewesen. Kreditkarten würden tatsächlich nicht akzeptiert. Nicht zu leisten sei es, dass die Aussteller der Blumenhalle stets vor Ort seien. Es handele sich um Einzelunternehmer, die die Beiträge neben ihrer täglichen Arbeit gestalten würden.

Andere Leser hatten gerügt, dass auf der Gartenschau im Unterschied zu Verbrauchermessen kein W-Lan angeboten wird. Auch fehlten Schließfächer. Und vermisst werde die Leihmöglichkeit von Spielgeräten für die Streetball- und Beachvolleyball-Plätze.

"Wir veranstalten eine Gartenschau und keine Messe", sagte Heinz. "Aus meiner Sicht brauchen wir kein W-Lan." Schließfächer waren noch bei keinem seiner Gartenfestivals vorgesehen. "Bis jetzt hat dafür auch noch niemand Bedarf angemeldet", sagte er. Bälle hatte er dagegen bereits als Leihgabe im Angebot, musste sie aber fast wöchentlich ersetzen. Trotz dieser Erfahrung denkt das Frankenberger Team jetzt nach, im Sommer einige Spielgeräte am Info-Punkt zum Leihen anzubieten.

Auf Kritik bei der Gastronomie reagiert der Freiberger Versorger GSM Events. Sobald wieder schöneres Wetter ist, soll im Mühlbachtal ein zusätzlicher Eis- und Bratwurststand sowie eine Getränkeversorgung öffnen. Ansonsten habe man etliches umgestellt, damit es besser läuft, hieß es von Seiten der GSM.

Landesgartenschau Der Tageseintritt für Erwachsene kostet 16, mit Pressekarte der "Freien Presse" 15 Euro. Erwachsene können damit eine beliebige Anzahl eigener Kinder oder Enkel bis einschließlich 17 Jahre kostenlos mitnehmen. Tickets in "Freie Presse"-Shops und bei Shop-Partnern erhältlich. Nur dort gibt es den Pressekarten-Rabatt. Mehr Artikel, Videos und ein interaktiver Lageplan der Landesgartenschau im Internet: www.freiepresse.de/laga2019

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